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Führen Generika zu Resistenzen?

Durch den zunehmenden Einsatz generischer Medikamente konnten Gesundheitssysteme in den letzten Jahren enorme Kosten einsparen. Das Beispiel Antibiotika zeigt jedoch, dass diese Entwicklung auch Schattenseiten haben kann. (CliniCum 5/18)

In Österreich werden pro Jahr in der Humanmedizin über 70 Tonnen Antibiotika verschrieben, 70 Prozent davon von niedergelassenen Ärzten. Während der Verbrauch in den Praxen seit zehn Jahren im Wesentlichen unverändert ist, kam es in den Spitälern im selben Zeitraum zu einem Anstieg um etwa 15 Prozent. Dennoch liegen wir beim Antibiotikaverbrauch immer noch im unteren EU-Drittel. Folge der zurückhaltenden Verschreibungspraxis ist, dass die Resistenzsituation hierzulande bei den meisten Bug-drug-Kombinationen stabil und rückläufig ist. „Eigentlich haben wir nur ein größeres Problemfeld“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Petra Apfalter, Nationales Referenzzentrum für nosokomiale Infektionen und Antibiotikaresistenz, Krankenhaus der Elisabethinen Linz. „Das sind multiresistente gramnega­tive Bakterien, besonders Carbapenemaseproduzenten.“

38 Prozent der verwendeten Arzneimittel in Österreich sind mittlerweile Generika. Am „generikafähigen“ Teilmarkt (also bei den Präparaten, bei denen es nach Patentablauf bereits Nachahmerprodukte gibt) ist sogar bereits jedes zweite eingesetzte Medikament ein Generikum. Die Vorteile liegen auf der Hand: Gesundheitssys­teme und Versicherungen profitieren vom niedrigeren Preis, und in ärmeren Ländern werden viele Antibiotika erst durch Generika für die Verbraucher leistbar. Eine beispiellose Erfolgsgeschichte sind Generika auch in den USA: 2013 waren bereits 84 Prozent aller verwendeten Medikamente generisch.

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