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„Therapeutischer Nihilismus“

Um die in den vergangenen Jahren erzielten Therapieerfolge endlich auch an den Patienten zu bringen, fordern führende Kardiologen von den politisch Verantwortlichen die Umsetzung flächendeckender Behandlungsnetzwerke. (CliniCum 5/18)

OA PD Dr. Deddo Mörtl (li.) und Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Berger plädieren für eine strukturierte Herzinsuffizienz- Versorgung.

„In der Behandlung der neue Volksseuche Herzinsuffizienz gab es große Fortschritte, sie kommen aber nur sehr schleppend oder gar nicht bei Patienten an“, kritisiert Univ.-Prof. Dr. Rudolf Berger, Primar am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt und Leiter der AG Herzinsuffizienz der Österreichischen kardiologischen Gesellschaft (ÖKG). Fortschritte gab es zuletzt vor allem in der medikamentösen Therapie:

  • Die Kombination Sacubitril/Valsartan, seit 2016 am Markt, stellt für Berger „die größte Innovation innerhalb der letzten zehn Jahre“ dar. Sacubitril hemmt den Abbau der im Körper produzierten natriuretischen Peptide, Valsartan blockiert die Rezeptoren, an die das Hormon Angiotensin II andockt, unterbindet so die schädlichen Auswirkungen des Hormons auf das Herz.
  • Relativ neu ist der Einsatz des Kaliumbinders Patiromer, der im Darm nicht resorbiert wird. Er ist insbesondere dann wirksam, wenn Patienten mit Herzinsuffizienz auch an einer Nierenfunktionsstörung leiden.
  • Omecativ Mercabil bewirkt eine Verlängerung der Systolendauer und eine Verbesserung der Pumpleis­tung. In einer ersten Studie scheint der Einsatz von Myosin-Aktivatoren vielversprechend.
  • Bei der Hälfte der HI-Patienten besteht als Mechanismus nicht eine Schwäche des Herzmuskels, sondern eine zunehmende Steifheit des Herzens führt dazu, dass es sich nur langsam füllen kann. Neben Bluthochdruck und Diabetes können auch Ablagerungen im Herzen zu einer zunehmenden Steifheit führen. Bei bis zu 15 Prozent der Patienten, die an einem zu steifen Herz als HI-Ursache leiden, spielt die Altersamyloidose eine Rolle. Dabei kommt es zu Ablagerungen eines defekt gebildeten Eiweißkörpers in den Herzmuskel. Tafamidis vermindert die Einlagerung in den Herzmuskel.

Aber auch auf dem Gebiet der Geräte-Therapie – vom implantierten Defibrillator über einen Dreikammerschrittmacher, Linksherz- bzw. Rechtsherz-Unterstützungssysteme, dem „Bi Ventricular Assist Device“ bis zum Kunstherz – hat sich viel getan.

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