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Preisverleihung für ein ganzes Fach

Applaus für die Allgemeinmedizin: Den gab es auch heuer wieder beim 46. Kongress für Allgemeinmedizin in Graz anlässlich der Verleihung des vom ärztemagazin gestifteten Kongresspreises. Alle drei Preisträger haben sich durch ihre „besonderen Fälle“ ausgezeichnet, die zusammen pars pro toto für ihr ganzes Fach stehen.

Preisverleihung in Graz: Laudator Dr. Reinhold Glehr, MR Dr. Walter Bogensperger (2. Platz), Dr. Christoph Wieser für Dr. Sabine Wieser (1. Platz), Univ.-Ass. Dr. Stephanie Poggenburg (3. Platz), Chefredakteur Denis Nößler
Preisverleihung in Graz: Laudator Dr. Reinhold Glehr, MR Dr. Walter Bogensperger (2. Platz), Dr. Christoph Wieser für Dr. Sabine Wieser (1. Platz), Univ.-Ass. Dr. Stephanie Poggenburg (3. Platz), Chefredakteur Denis Nößler

Mit dem 3. Platz wurde „der hermeneutische Schlüssel“ von Univ.-Ass. Dr. Stephanie Poggenburg geehrt. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin ist seit Jänner Mitarbeiterin am Grazer Institut für Allgemeinmedizin. Ihren prämierten Fall einer jungen Patientin mit Zöliakie hat sie in ihrer Ausbildungszeit erlebt. Die leicht adipöse Patientin aus dem Mittelmeerraum kam während einer Gastroenteritis- Epidemie mit Abdominalschmerzen, Erbrechen und Durchfall in die Ordination. Vorschnell hätte sie wegen ihrer Herkunft den Stempel Psychosomatikerin aufgedrückt bekommen können. Vorschnell hätte die falsche Diagnose gestellt werden können. Doch die Preisträgerin wartete ab und bestellte sie wieder ein, machte ein Labor, das eine Anämie zeigte – jedoch eine normochrome.

Ein Stuhltest zeigte keine Blutung. Schließlich half die Familienanamnese, nachdem die Ärztin darauf gestoßen war, dass die Mutter der Patientin seit Jahren wegen einer Zöliakie bei ihr in Behandlung ist. Auch sie hatte früher einen Eisenmangel ohne bekannte Ursache, bis schließlich nach Ausschluss zahlreicher möglicher Gründe mittels Labor die Zöliakie diagnostiziert wurde. Dieser Fall zeigt eindrucksvoll den hohen Stellenwert der Familienanamnese in der Allgemeinmedizin. Und er zeigt auch, wie das abwartende Offenhalten letztlich erst eine Diagnose ermöglichen und sichern kann.

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