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Schutz von Patienten durch Influenzaimpfung bei Health Care Workers

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Die jährliche Schutzimpfung gegen die saisonale Influenza stellt eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung  der „echten Virusgrippe“ dar. Dies betrifft insbesondere das Gesundheitspersonal (Health Care Workers). Nach wie vor gibt es in Österreich keine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal, jedoch die dringende Empfehlung. Dies hat durchaus seine Berechtigung, denn Menschen in Gesundheitsberufen infizieren sich berufsbedingt leichter als die Durchschnittbevölkerung. Zudem besteht das Risiko, das Virus an vulnerable Patientengruppen wie chronisch kranke oder immunsupprimierte Patienten zu übertragen.

Sowohl in Langzeitpflegeeinrichtungen, als auch in Akutspitälern, treten immer wieder Influenza-Ausbrüche auf. Auch zeigen Studien, dass sich Health Care Workers häufiger mit dem Influenza-Virus infizieren als Personen aus anderen Branchen. Laut WHO liegt die Ansteckungsrate bei Erwachsenen bei fünf bis zehn Prozent pro Jahr, bei Personen im Gesundheitsbereich hingegen bei 11 bis zu 59 Prozent pro Jahr.[1] Dies gleicht beinahe dem Ansteckungsrisiko von Erwachsenen in Haushalten mit Kindern.[2]

Ansteckung auch ohne Krankheitsausbruch möglich

Die Inkubationszeit beträgt etwa ein bis vier Tage. Eine Übertragung der Erkrankung erfolgt bei den meisten gesunden Erwachsenen bereits einen Tag vor Auftreten der Symptome. Die Ansteckungsgefahr bleibt danach noch fünf bis sieben Tage aufrecht.[3] Eine besondere Gefahr stellen Erkrankte dar, bei denen die Influenza symptomlos verläuft. Das sind etwa ein Drittel der Erkrankten.[4]

Empfehlung für einfachen Zugang und Impfverpflichtung durch den Dienstgeber

Eine möglichst hohe Durchimpfungsrate ist Studien zufolge notwendig, um die Zahl der Influenza-Fälle, Krankenstände oder Hospitalisierungen und der damit verbundenen Belastung für das gesamte österreichische Gesundheitssystem zu reduzieren.[5]

Eigene Impfempfehlungen betreffen vor allem Beschäftigte in Spitälern, Instituten und Labors, aber auch Mitarbeiter medizinischer Universitäten sowie Studenten und den gesamte niedergelassenen Gesundheitsbereich. Dennoch reichen die Empfehlungen nicht aus – die Impfung während der Dienstzeit sowie eine Impf-Verpflichtung durch den Dienstgeber ist Experten zufolge die einzige Möglichkeit eine entsprechende Durchimpfungsrate zu erreichen.

[1] Music, T.: International Nursing Review 59,161-167

[2] Kuster, Stefan P.,et al.: PLos ONE 6(10):e26239. Doi:10.1371/journal.pone.0026239

[3] CDC, Influenza Vaccination Information for Health Care Workers, https://www.cdc.gov/flu/healthcareworkers.htm (27.11.2017)

[4] Wiedermann-Schmidt, U., et al.: Impfungen für MitarbeiterInnen des Gesundheitswesens – Empfehlungen als Erweiterung des Österreichischen Impfplans. September 2012

[5] Music, T.: International Nursing Review 59,161-167

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