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PV: Ausgezeichnetes Ansprechen auf Interferon-alpha-2b im Follow-up

Interferon-alpha(IFNa)-basierte Therapien werden seit mehr als 30 Jahren erfolgreich bei myeloproliferativen Neoplasien (MPN) eingesetzt. Ropeginterferon alfa-2b (Ropeg) ist ein neuartiges monopegyliertes IFNa. Für die Behandlung einer Polycythaemia Vera (PV) liegen 12-Monats-Daten aus der randomisierten kontrollierten Phase-III-Studie PROUD-PV zum Vergleich von Ropeg mit Hydroxyharnstoff (HU) vor. Nun liegen die 2 Jahres-Daten der Follow-up Phase III CONTI-PV- Studie vor.

Methoden

95 von 106 (89,6%) Patienten, die den 12-monatigen Ropeg-Arm beendeten, und 76 von 111 (68,5%) Patienten, die den HU-Arm beendeten, nahmen an der Follow-up-Studie teil. Die zweite Kohorte konnte von der HU-Therapie zur besten verfügbaren Therapie (BAT) wechseln. In die Auswertung einbezogen wurde die vollständige hämatologische Ansprechrate (CHR) gemäß ELN-Kriterien und die CHR-Rate plus Symptomverbesserung. Sekundäre Endpunkte beinhalten das molekulare Ansprechen (Wirksamkeit auf die JAK2 Allel-Last).

Ergebnisse

88 (Ropeg) bzw. 73 (HU/BAT) Patienten beendeten die 24-monatige Beobachtungszeit (bei gleicher Dosierung wie zuvor). Die mittlere Behandlungsdauer betrug 2,7 Jahre. Die Patienten im HU/BAT-Arm blieben zu 98% bei ihrer Therapie. Nach 24 Monaten erreichten die Patienten im Ropeg-Arm ein CHR von 70,5%, die Rate im Vergleichsarm betrug 49,3%. Im Gegensatz zur letztgenannten nahm die Ansprechrate in der mit Ropeg behandelten Gruppe während der Behandlung zu. Der kombinierte Endpunkt CHR plus Symptomverbesserung favorisierte Ropeg mit 49,5% gegenüber 36,6% unter HU/BAT (p = 0,1183). Nach 24 Monaten zeigten 69,6% der Patienten im Ropeg-Arm, aber nur 28,6% im HU/BAT-Arm ein partielles molekulares Ansprechen (p = 0,0046).
Die Rate behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse war in beiden Gruppen vergleichbar. Unter HU kam es häufiger zu Anämie, Thrombozytopenie und Leukopenie, während ein GGT-Anstieg nur bei einigen Patienten unter Ropeg beobachtet wurde. Schilddrüsenerkrankungen und Depression im Ropeg-Arm lagen unter 5%. Krankheits- oder behandlungsbedingte sekundäre maligne Erkrankungen traten nur in der HU-Kohorte auf (2 akute Leukämien, 1 Melanom, 2 Basaliome). Die deri malignen Erkrankungen (Glioblastom, Seminom, Nebennieren-Neoplasie) im Ropek-Arm werden als unabhängig von der IFNa-Behandlung eingestuft.

Schlussfolgerung

Die Daten bestätigen ein hohes und dauerhaftes hämatologisches Ansprechen inklusive Symptomverbesserung unter Ropeginterferon alfa-2b, ein gutes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil und gutes molekulares Ansprechen.

Referenz:
Gisslinger H et al., Abstract 320: Ropeginterferon Alfa-2b Induces High Rates of Clinical, Hematological and Molecular Responses in Polycythemia Vera: Two-Year Results from the First Prospective Randomized Controlled Trial

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