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Dr. Stelzl: Echt grausig!

Viele Worte haben mehr als nur eine Bedeutung, und vieles wird in Wien anders gemeint als in Vorarlberg. Aber welche Missverständnisse daraus entstehen können, ist manchmal wirklich lustig. Letzten Winter sitzen der Beste aller Ehemänner und ich in Marthas Küche in einem schönen Bauernhof unweit von Kitzbühel im wunderschönen Tirol bei einem Schnapserl. Martha und Klaus vermieten uns immer wieder mal das Appartement im ausgebauten Dachgeschoss, aber mittlerweile ist das mehr als nur ein Urlaub, es ist ein Besuch bei Freunden. Schnapserl gehört auch dazu. Martha schwört nämlich auf des Schnapserls gesundheitsfördernde und heilende, beziehungsweise vorbeugende Wirkung. Und beim Schnapserl wird über alles Mögliche getratscht.

Diesmal sind wir bei Marthas Hygienefimmel. Etwas, das ich teile. Mr. Monk könnte noch von uns beiden lernen. Und Martha erzählt von ihren inzwischen erwachsenen Kindern und meint: „Der S. war schon als Kind so grausig.“ Ein Satz, der bei mir und dem Besten aller Ehemänner unsicheres Schweigen auslöste. Was soll man darauf auch sagen? Gut, es gibt schon Kinder, die nicht so herzig sind, man denke nur an „Rosemary’s Baby“, aber der S. ist doch ein sehr sympathischer und, soweit wir feststellen konnten, sauberer und gepflegter Mann. Außerdem ist das aus dem Mund der eigenen Mutter schon eine heftige Aussage. Also versuchten wir so schnell wie möglich das Thema zu wechseln. Mehrere Abende und Schnapserl später hatten wir dann alle eine semantische Erleuchtung: Anscheinend, wenn sich die Tiroler vor etwas ekeln, sind sie grausig. Etwas, das uns Ostösterreicher innerlich zum Kichern bringt.

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