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Nebenwirkungsmeldungen sind leider Raritäten

Eine Umfrage der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat zum Ziel, die Bereitschaft, Nebenwirkungen zu melden und das tatsächliche Meldeverhalten zu vergleichen. Die Teilnahme ist noch bis 9. Oktober möglich.
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Wenn Sie noch nie eine Nebenwirkungsmeldung gemacht haben, dann gehören Sie leider keiner Minderheit an. Im Gegenteil. Nebenwirkungsmeldungen sind – im Gegensatz zu der Häufigkeit, mit der Nebenwirkungen auftreten – eine Rarität. Nicht nur in Österreich. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat deshalb eine Umfrage gestartet, mit der die Bereitschaft und das tatsächliche Meldeverhalten von Arzneimittel-Nebenwirkungen bei Patienten und Angehörigen von Gesundheitsberufen erhoben werden soll.
„Die Daten werden in Folge systematisch bewertet, um daraus neue Erkenntnisse für noch mehr Arzneimittelsicherheit abzuleiten“, sagt Dr. Christoph Baumgärtel vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG). „Wir empfehlen allen Interessierten und den Gesundheitsberufen, Ärzten und Apothekern die Teilnahme an dieser wichtigen EU-weiten Befragung, da wir durch die Ergebnisse das europäische Meldewesen und insbesondere jenes in Österreich – wo die Meldezahlen noch ausbaufähig sind – in Zukunft weiter verbessern können.“
Ein verbessertes Meldeverhalten zu Nebenwirkungen wäre ganz besonders für Arzneimittel wichtig, die mit einem „schwarzen Dreieck“ gekennzeichnet sind und somit einer zusätzlichen Überwachung unterliegen. Das schwarze Dreieck für Arzneimittel dient einer besonders schnellen Identifizierung neuer Erkenntnisse über deren Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung beim in Österreich zu melden.
„Wir appellieren an alle Angehörigen der Gesundheitsberufe, zukünftig verstärkt der gesetzlichen Verpflichtung zur Meldung von Nebenwirkungen nachzukommen“, so Baumgärtel. Bei der Sommerakademie der Österreichischen Apothekerkammer in Pörtschach Ende Juni wurde das Thema Arzneimittelsicherheit stark in den Vordergrund gestellt und die Gesundheitsberufe zur Zusammenarbeit aufgefordert. Die Apotheker konnten zuletzt – ausgehend von einem niedrigen Niveau – die Zahl der Nebenwirkungsmeldungen von 2016 bereits verdoppeln.

Teilnahme noch bis zum 9.10. möglich!

Der Fragebogen, der in alle offizielle Sprache der Europäischen Union übersetzt wurde, steht auch in deutscher Sprache zur Verfügung und steht für Antworten bis zum 9. Oktober 2017 offen. Die Teilnahme dauert nicht länger als 10 Minuten. Die Ergebnisse der Umfrage werden von der EMA und der Europäischen Kommission analysiert und die Schlussfolgerungen werden in Folge veröffentlicht.
Die EMA-Umfrage finden Sie hier >>

Vorankündigung: Die Arzneimittelsicherheit ist das zentrale Thema der Ausgabe 11/17 der Zeitschrift krebs:hilfe!, die Mitte November erscheint. Hier werden Sie eine detaillierte Aufschlüsselung der Nebenwirkungsmeldungen in Österreich und Erklärungen zu den Begriffen wie dem „schwarzen Dreieck“ finden.
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