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Hoher Salzkonsum erhöht Herzschwäche-Risiko massiv

Eine finnische Studie zeigt, dass salzreiche Ernährung zu einem deutlich erhöhten Risiko, an Herzinsuffizienz zu erkranken, führt. In Österreich wird in allen Altersgruppen mehr Kochsalz aufgenommen als die maximal von der WHO empfohlenen 5 g pro Tag. Prim Univ.-Prof. Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer, Präsidentin der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft, plädiert für mehr Lebensstil-Prävention.

Salz Herzinfarkt

Hoher Salzkonsum erhöht das Risiko für eine Herzschwäche deutlich, wie eine finnische Untersuchung mit mehr als 4.000 Teilnehmern, die auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona vorgestellt wurde, zeigte.
Hoher Salzkonsum ist eine maßgebliche Ursache für hohen Blutdruck und ein bekannter Risikofaktor für Schlaganfall und Koronare Herzkrankheit (KHK). Jousilahti P et al. untersuchten nun, ob Salz auch zu einem Herzschwäche-Risiko beiträgt. Zur Erhebung des individuellen Salzkonsums wurden 24-Stunden-Urinproben gemessen. Damit waren die Forscher nicht auf die Eigenangaben der Probanden angewiesen. Erhoben wurden darüber hinaus Gewicht, Größe, Blutdruck und diverse Laborparameter im Blut.
Im Beobachtungszeitraum von zwölf Jahren entwickelten 121 der insgesamt 4.630 Studienteilnehmer eine Herzschwäche. Personen, die mehr als 13,7 g Salz pro Tag konsumierten, hatten ein zweimal höheres Risiko, eine Herzschwäche zu entwickeln, als jene Gruppe, die unter 6,8 g und damit am wenigsten Salz konsumierte.

Österreicher essen zu viel Salz

„Der übliche Salzkonsum liegt auch in Österreich deutlich über diesen Empfehlungen“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer (Wien), Präsidentin der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG). „Daten, wie sie die finnische Studie liefert, sind ein weiterer Hinweis, dass die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Krankheiten durch geeignete Ernährung und andere Lebensstil-Maßnahmen einen noch höheren Stellenwert haben sollte.“
Laut Ernährungsbericht 2012 wird in Österreich in allen Altersgruppen mehr Kochsalz aufgenommen als die maximal empfohlenen 5 g (WHO) pro Tag. Bei mehr als der Hälfte der Erwachsenen und älteren Menschen liegt die Aufnahme sogar über dem als gesundheitlich bedenklich eingestuften Wert von 10 g pro Tag, das entspricht etwa zwei Teelöffel Salz. Etwa 80 Prozent der täglichen Salzzufuhr stammen nach den Angaben der deutschen Verbraucherzentrale aus verarbeiteten Lebensmitteln. Hauptquellen sind Brot und Gebäck (27 bis 28 Prozent der Salzzufuhr), Fleisch- und Wurstwaren (15 bis 21 Prozent), Milchprodukte und Käse (10 bis 11 Prozent). Häufig enthalten auch Fertiggerichte und Instantsuppen sehr viel Salz, ebenso salziges Knabbergebäck.

Referenz: Jousilahti et al, abstract 1192: Salt intake and the risk of her failure. European Heart Journal 2017; 38(710)

Quelle: Presseaussendung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft zum ESC Kongress 2017

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