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40 Ordis zu vergeben im Gemeindebau

INITIATIVE – Günstige Praxisräumlichkeiten sollen Ärzte zum Ordinieren im Gemeindebau motivieren. (Medical Tribune 1-3/18) 

In einem Gemeindebau in der Oberen Augartenstraße, der derzeit neu saniert wird, steht eine 140m2 große Ordi für 1537 Euro zur Vermietung.

In einem Gemeindebau in der Oberen Augartenstraße, der derzeit neu saniert wird, steht eine 140 m2 große Ordi für 1537 Euro zur Vermietung.

Modern, hell und geräumig ist die Hausarztpraxis von Dr. Roman Haas im Erdgeschoss eines Gemeindebaus im 20. Wiener Gemeindebezirk. An diesem verregneten Vormittag stoßen die eigentlich großzügigen Ordinationsräumlichkeiten allerdings an ihre Kapazitätsgrenzen. Ärztekammer-Präsident Dr. Thomas Szekeres hat gemeinsam mit dem Wiener Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig zu einem Pressegespräch geladen. Zusammen stellen sie eine Initiative vor, die das Ärzteangebot in den Wiener Gemeindebauten verbessern soll. Günstige Mieten sollen für Ärzte – bevorzugt für solche mit Kassenvertrag – einen Anreiz bieten, sich im Gemeindebau niederzulassen.

Ordi zum Preis von einem WG-Zimmer

40 Lokale habe man lukrieren können, die sich als Arztpraxen eignen würden. Die Mieten liegen, dem Preisniveau des Gemeindebaus entsprechend, zwischen 5,39 und 7,00 Euro pro Quadratmeter (Nettomiete). Ein Blick auf die Webseite von Wiener Wohnen zeigt, dass die günstigste Ordination bereits zum Preis eines WG-Zimmers zu haben ist, genauer gesagt für 393,73 Euro. Zumindest, wenn man sich vorstellen kann, seine Praxis auf 44,52 m2 einzurichten. Zur Wahl stehen allerdings auch größere Objekte, wie beispielsweise eine barrierefrei zugängliche knapp 140 m2 große Ordination in der oberen Augartenstraße, die für 1537 Euro vermietet werden soll. Gerade auf Barrierefreiheit lege man Wert, um Ärzte dabei zu unterstützen, den gesetzlichen Vorschriften zur stufenlosen Begehbarkeit Genüge tun. Karin Ramser, Direktorin von Wiener Wohnen, betont: „Wir sehen bestehende Geschäftslokale als Ordinationen vor, wenn diese einen geeigneten Grundriss aufweisen und bereits einen stufenlosen Zugang haben oder so adaptiert werden können.“

Im rasch wachsenden Wien fehlen Kassenärzte

Für Szekeres trägt dieses Angebot dazu bei, Versorgungslücken zu schließen, die nicht nur, wie oft betont, im ländlichen Raum, sondern auch in der Großstadt Wien immer größer würden. Denn, so der Ärztekammer- Präsident: „Allein in Wien, das jährlich um bis zu 40.000 Menschen wächst, gibt es um 300 Kassenordinationen zu wenig.“ Dadurch würde die Problematik der überlasteten Spitalsambulanzen zusätzlich verschärft.

Pressegespräch; Wien, Jänner 2018

Mieter werden im Gemeindebau
Auf der Webseite von Wiener Wohnen finden sich unter der Rubrik „Freie Geschäftslokale“ zu vermietende Ordinationsräumlichkeiten. Fotos und Grundrisse sind online einsehbar. www.wienerwohnen.at

Von: Iris Kofler, MSc.