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Tropenkrankheiten verbreiten sich durch unterschiedliche Faktoren

14.07.2017 – Durch das Reisen in ferne Länder kommen immer mehr Touristen mit Tropenkrankheiten wie Malaria, Chikungunya oder Zika in Kontakt. Gleichzeitig breiten sich Gelsen und Mosquitos als Überträger solch typischer Reisekrankheiten durch den Klimawandel noch zusätzlich aus.

„ÄrztInnen in Mitteleuropa denken allerdings nicht immer an Tropenkrankheiten, wenn sie einen infizierten Patienten vor sich haben“, so Ulrike Protzer, Leiterin des Institutes für Virologie der Technischen Universität München (TUM).

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) zählen Malaria und Denguefieber zu den häufigsten Urlaubsmitbringsel mit jeweils rund 1.000 Fällen im Jahr 2016 in Deutschland. Afrika gelte als typisches Infektionsland für Malaria, allerdings sei die derzeit hohe Fallzahl zu einem großen Teil durch Flüchtlinge aus Nordafrika bedingt.  In Asien infizieren sich dagegen viele PatientInnen mit Denguefieber. Beide Krankheiten können einen tödlichen Verlauf nehmen.

Ein vom TUM-Lehrstuhl für Biomedizinische Elektronik unter Oliver Hayden neu entwickelter Blutschnelltest diagnostiziert nun Malaria anhand von 30 Blutwerten mit einer Sicherheit von 97 Prozent. „Um den Bluttest einzusetzen, brauchen Labore nicht einmal neue Geräte. In der Regel werde eine Blutprobe aber erst dann gründlich untersucht, wenn ein Blutbild außerhalb der Norm liege“, so Hayden. Mit einem speziellen Algorithmus für Malaria überprüft nun Haydens neuer Schnelltest die Blutwerte auf entsprechende Malaria-Muster.

Trotz aller Neuentwicklungen gelten jedoch vorbeugende Impfungen als beste Prophylaxe gegen Tropenkrankheiten.

 

Quelle: APAMED

Von: Mag. Nicole Resl