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Die Top-10-Transaktionen im Jahr 2016

Fressen oder gefressen werden: In der Pharmabranche grassiert das Übernahmefieber, Experten erwarten 2017 zahlreiche Milliardendeals. Schon im Vorjahr gab es viele interessante Transaktion, weltweit wurden dafür mehr als 200 Milliarden US-Dollar in die Hand genommen. Medical Tribune hat die zehn größten Fusionen und Unternehmenskäufe in den Bereichen Pharma, Life-Sciences und Medizintechnik des Jahres 2016 recherchiert und erklärt deren Hintergründe.
(Quellen: Ernst & Young, Unternehmensangaben, APA)

  • Grafik Pharma Übernahme

    Platz 10

    Der Basler Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer Lonza machte im Dezember 2016 durch den Kauf des US-amerikanischen Kapselhersteller Capsugel von sich reden. Für Lonza ist das die größte Transaktion der Firmengeschichte. Der Verkäufer, der US-Finanzinvestor KKR, hatte Capsugel im Jahr 2011 von Pfizer zu einem Preis von 2,4 Milliarden Dollar übernommen. Die Capsugel AG war 1963 in Basel entstanden, als Europa-Ableger des Kapselgeschäfts des US-Konzerns Parke-Davis. Somit kommt Capsugel also wieder nach Hause, sagt Lonza-Chef Richard Ridinger.

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    Platz 9

    Allein die Namen lassen erahnen, dass es sich bei dieser Transaktion um keine klassische Übernahme handelt. Yunnan Baiyao kauft Yunnan Baiyao - konkret übernimmt die Holding die Gruppe. Der Deal ist Teil einer Neustrukturierung und Teilprivatisierung des zuvor komplett vom Staat kontrollierten chinesischen Pharmariesen.

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    Platz 8

    Toshiba musste im Vorjahr seine Gesundheitssparte auf den Markt werfen, nachdem 2015 sein milliardenschwerer Bilanzskandal aufgeflogen war, dessen Ausläufer den Elektronikkonzern noch immer beuteln. Am Deal interessiert zeigte sich zunächst der US-Finanzinvestor KKR, der bereits einen Medizinprodukte-Hersteller besitzt (Panasonic Healthcare), später ritterten die drei japanischen Kamera-Hersteller Canon, Fujifilm und Konica um den Kauf. Alle drei bieten bereits Medizintechnik an. Am Ende erhielt Canon den Zuschlag und macht nun offenbar mit den Röntgen- und Augendiagnose-Apparaten so gute Geschäfte, dass heuer erstmals seit drei Jahren wieder einen Anstieg des Betriebsgewinns erwartet wird. Canon hatte im Vorjahr nicht nur damit zu kämpfen, dass Kameras, Drucker und Kopierer immer weniger nachgefragt werden, sondern auch dass der starke Yen die Gewinne des Exportunternehmens im Ausland empfindlich schmälerte.

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    Platz 7

    Auch Firmenehen enden manchmal vor Gericht – diese allerdings noch im selben Jahr, in dem sie geschlossen worden war. Der US-Pharmakonzern Abbott Laboratories hat nach nur drei Monaten einen Rückzieher gemacht und bekannt gegeben, den Diagnostikspezialisten Alere nicht länger übernehmen zu wollen. Seit Vertragsunterzeichnung Anfang des Jahres 2016 habe Alere Rückschläge erlitten, die den Wert des Unternehmens deutlich gesenkt hätten, so die Begründung. Alere sei nicht länger die Firma, die Abbott vor zehn Monaten hatte kaufen wollen. Im Dezember traf man sich bereits vor Gericht.

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    Platz 6

    AbbVie hat im April 2016 die geplante Übernahme von Stemcentrx bekannt gegeben. Mit der Akquisition des Biotech-Unternehmens baute AbbVie seine Forschungsaktivitäten in der Onkologie aus. Ein Wirkstoff aus dem Stemcentrx-Labor ist Rovalpituzumab-Tesirin (Rova-T) das bei Patienten mit fortgeschrittenem kleinzelligen Lungenkrebs (SCLC) eingesetzt werden könnte und dessen Zulassung für 2018 angepeilt wird.

  • Grafik Pharma Übernahme

    Platz 5

    Nach Abbott EPD, Agila, Famy Care und Renaissance hat sich sich der US-Generikahersteller Mylan im August 2016 die schwedische Firma Meda einverleibt. Es war der dritte Versuch des Konzerns, Meda zu übernehmen. Mylan weitete damit sein OTC-Portfolio aus und legte die Schienen für eine beschleunigte Expansion in Märkte wie China, Südostasien, Russland und den Nahen Osten.

  • Grafik Pharma Übernahme

    Platz 4

    Sanofi und Boehringer Ingelheim haben ein interessantes Tauschgeschäft vereinbart. Die Deutschen übernehmen das Tiergesundheitsgeschäft („Merial“) von Sanofi, geben dafür ihr Selbstmedikationsgeschäft (CHC) an die Franzosen ab – und leisten zusätzlich eine Zahlung von rund 4,7 Milliarden Euro, um den Wertunterschied der beiden Geschäftsbereiche auszugleichen. Merial wird mit mehr als elf Milliarden Euro bewertet, das Boehringer-Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten wie den Kopfschmerztabletten Thomapyrin mit knapp sieben Milliarden Euro.

  • Grafik Pharma Übernahme

    Platz 3

    Mit dem Zukauf der US-amerikanischen Firma Mediviation im August 2016 hat Pfizer sein Angebot an Krebsmedikamenten erweitert. Im Vorfeld wurde kolportiert, dass auch Merck & Co, Sanofi, Pfizer, Celgene und Gilead Sciences sich für eine Übernahme des Onko-Medikamenteherstellers interessiert hätten. Die Prognose für den Umsatz hob Pfizer hingegen mit Blick auf den Zukauf des Biotechnologieunternehmens Medivation an. Im dritten Quartal steigerte Pfizer seinen Umsatz um 8 Prozent auf 13,05 Milliarden Dollar.

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    Platz 2

    Die Übernahme des Medizintechnikproduzenten St. Jude Medical durch Abbott Laboratories für rund 30 Milliarden Dollar war der zweitgrößte Pharma-Deal des Jahres 2016. Bei Abbott will man nun eine Pause in Sachen Übernahmen einlegen: 2017 will sich der Konzern auf die Integration der jüngsten Zukäufe konzentrieren und Schulden abbauen.

  • Grafik Pharma Übernahme

    Platz 1

    Es ist ein Deal der Superlative: Bayer bastelt mit der Monsanto-Übernahme an einer Welt-AG. Fürs Image ist der umstrittene US-Saatgutkonzern allerdings nicht förderlich. Der größte Chemie/Pharma-Deal seit Jahren war 2016 auch der zweitgrößte überhaupt. Nur die Übernahmen von Time Warner durch AT&T um rund 85 Milliarden-$ (inklusive übernommener Schulden sogar mehr als 100 Milliarden) war noch größer.