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Neuer Risikofaktor zur Entstehung der „Schaufensterkrankheit“ entdeckt

17.07.2017 – Eine eingeschränkte Nierenfunktion wurde nun von ForscherInnen der Medizinischen Universität Innsbruck und der Johns Hopkins University in den USA als neuer Risikofaktor für die sogenannte Schaufensterkrankheit erkannt.

Eine neue Metastudie mit mehr als 800.000 Menschen aus 21 Kohortenstudien weltweit, zeigt nun den eindeutigen Zusammenhang einer eingeschränkten Nierenfunktion mit der zukünftigen Entwicklung einer peripheren Arteriosklerose in den Beinen (PAD). Dieser neu entdeckte Risikofaktor seit zudem unabhängig von den bekannten Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes oder Cholesterin, so Florian Kronenberg, Leiter der Sektion für Genetische Epidemiologie der Med Uni Innsbruck.

„Vor allem der Albuminwert im Harn hat sehr entscheidend zum erhöhten Risiko beigetragen“, erklärte Kronenberg. Bereits bei Werten, die laut aktuellen Empfehlungen noch im Normalbereich liegen, steige das Risiko für eine PAD und vor allem eine Amputation in Folge einer Gefäßverengung deutlich an. Bei einer Albuminausscheidung von 10 bis 30mg/g ist das Risiko für eine PAD kontinuierlich um 10 bis 50 Prozent und für eine Amputation sogar um 40 bis 170 Prozent erhöht. Da ähnliche Zusammenhänge für andere kardiovaskuläre Erkrankungen gemacht wurden, gelte es, die bisherigen oberen Grenzwerte der betreffenden Nierenfunktionsparameter neu anzupassen.

Die im Forschungsmagazin „Lancet Diabetes & Endocrinology“ erschienene Studie könnte die Früherkennung von RisikopatientInnen verbessern und so eine möglichst frühzeitige Behandlung ermöglichen.

 

Quelle: APAMED

Von: Mag. Nicole Resl