Menü Logo medONLINE.at

Demenztherapie mit AChE-Inhibitoren

MEDIKATIONSMANAGEMENT – TEIL 37

(Demenz Teil 1) Acetylcholinesterase-Hemmstoffe werden am häufigsten als Antidementiva verwendet. Ihr reiches Neben- und Wechselwirkungspotenzial ist gerade bei älteren Patienten mit Begleiterkrankungen speziell zu berücksichtigen.

Über 110.000 Österreicher leiden an Demenz, die Inzidenz dieser vielgestaltigen Erkrankungen ist stark steigend.
Über 90 % der Demenzerkrankungen sind primäre Formen. Zu diesen zählen einerseits degenerative Formen (Alzheimer-Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz und frontotemporale Demenz), andererseits vaskuläre Demenzformen mit vorwiegend ischämisch-hypoxischer Genese bzw. Misch­formen aus beiden.
Sekundäre Demenzformen machen nur etwa 10 % der Fälle aus, sie beruhen auf verschiedenen Grunderkrankungen wie Infektionen, toxischen Einflüssen (z.B. alkoholische Demenz) oder endokrinologischen Faktoren und können durch die Behandlung der ursächlichen Erkrankung beeinflusst werden.
Die wichtigsten Substanzen in der Demenztherapie sind die Acetylcholinesterase-Hemmstoffe (Donepezil, Rivastigmin, Galantamin) und der nonkompetitive NMDA-Rezeptor-Antagonist Memantin. Aus der Phytotherapie kommt standardisierter Ginkgo-biloba-Extrakt EGb761 zum Einsatz.
Die S3-Leitlinie „Demenzen“ der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde), DGN (Deutsche Gesellschaft für Neurologie) 2015 empfiehlt beim Einsatz der Antidementiva eine Orientierung an der Demenzform und am Stadium der Erkrankung.

1. Krankheitsstadien und Demenzformen

Das Krankheitsstadium wird grob am MMSE (Mini Mental State Examination) festgemacht. Dieses gängige neuropsychologische Screening mit einer maximal erreichbaren Punktezahl von 30 erfasst örtliche und zeitliche Orientierung des Patienten, seine Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit, Sprachvermögen und -verständnis sowie Erinnerungsfähigkeit.
Je nach Demenzform werden unterschiedliche Antidementiva eingesetzt:

  • Alzheimer-Demenz:
  • Leichte bis mittelschwere Formen (MMSE 10–26): Acetylcholinesterase-Hemmer und Memantin (MMSE 10–19)
  • Schwere Formen (MMSE 3–10): Memantin oder Donepezil (besitzt derzeit in Österreich keine Zulassung für dieses Stadium)
  • Parkinson-assoziierte Demenz, Lewy-Body-Demenz: Behandlung mit Acetylcholinesterase-Hemmern, in erster Linie mit Rivastigmin (MMSE 10–24)
  • Vaskuläre Demenz, Alzheimer-Demenz: Hier kann, insbesondere bei Unverträglichkeit von Acetylcholinesterase-Hemmern, Ginkgo biloba EGb761 zum Einsatz kommen.

Die Leitlinie beinhaltet überdies Hinweise für die Wirksamkeit von Donepezil und Galantamin im schweren Krankheitsstadium der Alzheimer-Demenz.
In Teil 1 zum Thema „Demenztherapie“ gehen wir im Detail auf die Acetylcholinesterase-Inhibitoren ein.

Um den vollständigen Inhalt zu sehen, müssen Sie sich einloggen oder sich auf medONLINE.at registrieren.

Jetzt einloggen

Passwort vergessen

Jetzt kostenlos registrieren

Mit einer Anmeldung bei medONLINE.at haben Sie Zugriff auf: DFP-Kurse, Arzneimittelinfos, Produktfortbildungen und mehr.

Loggen Sie sich ein oder registrieren Sie Ihren kostenlosen medONLINE.at Account.