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Allergiemedikation an der Tara

MEDIKATIONSMANAGEMENT – TEIL 32

Die moderne Allergietherapie gilt als nebenwirkungsarm und unkompliziert. Allergiker brauchen dennoch Beratung zur symptomatischen Therapie.

Immunologisch werden vier Allergietypen unterschieden. An der Tara spielen vor allem IgE-vermittelte Sofortreaktionen vom Typ I eine Rolle, z.B. Pollenallergien, Nahrungsmittel- und Insektengiftallergien. Auch das zu den Typ-IV-Reaktionen zählende Kontakt­ekzem ist ein häufigeres Thema. Drei Beratungssäulen sind wichtig:

  • Beratung zur Allergenkarenz (Infos zu antigenvermeidendem Verhalten, Insektenrepellenzien, Milbenspray, latexfreie Handschuhe, … )
  • Beratung zu nicht-medikamen­tösen supportiven Maßnahmen (z.B. Heilsalz-Nasenspülungen, Dermokosmetik für Allergiker, …)
  • Beratung zur antiallergischen Medikation (symptomatische Therapie, Notfallmedikation, Hyposensibilisierung), auf die im Weiteren eingegangen wird:

1. Cromone

Die oft als Mastzellenstabilisatoren bezeichneten Cromone hemmen die Freisetzung von Entzündungsmediatoren, insbesondere Histamin, aus Mastzellen bzw. anderen Zellen, die in die Typ-I-Reaktion involviert sind. Die Anwendung erfolgt in der Praxis fast ausschließlich in Form von lokal wirksamen Arzneiformen (in Österreich sind derzeit keine oralen Präparate mehr registiert): Cromoglicinsäure als Augentropfen und Nasenspray (Lomusol®, AllergoComod®), Nedocromil als Augentropfen, Inhalationslösung oder Dosieraerosol (Tilade®, Tilavist®).
Dem Vorteil des geringen Nebenwirkungspotenzials steht die vorwiegend prophylaktische Wirkung gegenüber. Bei bereits erfolgter Histaminausschüttung sind Mastzellstabilisatoren nur mit großer Zeitverzögerung wirksam. Im Gegensatz zu Antihistaminika und Glucocorticoiden wirken die Cromone schwächer.

Beratung:

  • Für eine optimale Symptomkontrolle müssen Mastzellstabilisatoren regelmäßig angewendet werden.
  • Für einen optimalen prophylaktischen Effekt muss mit der Anwendung vor der erwarteten Allergenexposition begonnen werden. Die Therapie muss bis zum Ende der Allergenexposition fortgeführt werden, auch wenn bereits die Symptome abgeklungen sind.
  • Bei akuten Beschwerden auf den zeitverzögerten Wirkeintritt hinweisen bzw. besser auf Antihistaminika ausweichen.

2. Antihistaminika zur oralen Anwendung

Antihistaminika der 1. Generation besitzen aufgrund ihrer ZNS-Gängigkeit und ihrer geringeren Rezeptorselektivität ein höheres Nebenwirkungspotenzial als neuere Substanzen. Sedierung und anticholinerge Effekte führen zu entsprechenden Kontraindikationen. Die kurzen Halbwertszeiten machen eine mehrmals tägliche Gabe notwendig. Ihr Einsatz bietet sich an, wenn ein zusätzlicher Sedierungseffekt erwünscht ist (z.B. Diphenhydramin, Dibondrin®) oder ihr ausgeprägt juckreizstillender Effekt ausgenützt werden soll (Dimetinden, Fenistil®).
Die Nebenwirkungen der älteren Antihistaminika dienen bei einigen Substanzen mittlerweile als Haupt­indikation. So ist Diphenhydramin in 
Calmaben® als rezeptfreies Kurzzeit­hypnotikum zugelassen. Kombinationspräparate für Erkältungskrankheiten nutzen die anticholinergen Wirkungen von Antihistaminika zur Sekretionshemmung der Nasenschleimhaut (z.B. Chlorphenamin in Grippostad®, Doxylamin in Wick® Erkältungssaft für die Nacht). Überdies sind einige ältere Antihistaminika als Mittel gegen 
Reisekrankheit und Schwindel im Handel (Dimenhydrinat, Travel Gum®; 
Vertirosan; Cyclizin, Echnatol®).

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