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Antibiotika: Mythen und Fakten

MEDIKATIONSMANAGEMENT – TEIL 30

Bei der Abgabe von Antibiotika begegnet man nur allzu oft hartnäckigen Vorurteilen zu dieser Medikamentengruppe. Facts und Argumente für die Beratung.

„Zum Antibiotikum brauche ich unbedingt einen Magenschutz!“
Facts: Die im Zusammenhang mit Antibiotikatherapie fallweise auftretenden gastrointestinalen Störungen sind nicht säureassoziiert, daher ist der Einsatz von landläufig als „Magenschutz“ bezeichneten säurehemmenden Medikamenten nicht zielführend. Bei Cefuroxim und Cefpodoxim kann sich die Anhebung des gastralen pH-Wertes sogar negativ auswirken, hier ist eine verminderte Resorption bei gleichzeitiger PPI-Gabe beschrieben. Bei paralleler Anwendung von Antacida zu Azithromycin kann sich die Plasmaspitzenkonzentration um bis zu 24 % vermindern. Gastrointestinale Störungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall lassen sich nicht immer hundertprozentig vermeiden und können sogar nach intravenöser Gabe vorkommen.

Beratung:

Bei Magenschmerzen durch Antibiotika-Einnahme sollte zuerst geprüft werden, ob die vorgeschriebenen Einnahmemodalitäten eingehalten wurden. Häufig lässt sich die Verträglichkeit, sofern es der Wirkstoff erlaubt, durch die Einnahme während einer Mahlzeit verbessern. Amoxicillin/Clavulansäure-Kombinationen sind am besten magenverträglich, wenn sie mit den ersten Bissen der Mahlzeit eingenommen werden. Einige Antibiotika wie Pivmecillinam (Selexid®) können zu Speiseröhrenreizungen führen, daher ist es besonders wichtig, ausreichend Wasser zum Einnehmen zu verwenden. Dies gilt auch für Tetracycline; hier wird zusätzlich empfohlen, das Medikament nicht im Liegen einzunehmen und sich nicht unmittelbar nach der Einnahme hinzulegen. Ist die Anwendung von Antazida dennoch indiziert, muss auf einen Einnahmeabstand von 2–4 Stunden zum Antibiotikum geachtet werden.

„Von Antibiotika bekomme ich immer Durchfall!“
Facts: Etwa 20 % der Patienten unter Antibiotikatherapie bekommen eine AAD (Antibiotika-assoziierte Diarrhö). Diese ist zumeist durch die Reduktion der physiologischen Darmflora durch das Medikament begründet, seltener durch toxische Wirkung der Substanz auf die Darmschleimhaut oder die Beeinflussung der Darmmotilität durch den Wirkstoff (z.B. Erythromycin). Ob sie auftritt, hängt von mehreren Faktoren ab:

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