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Ein Sturz aus dem Bett im Seniorenheim

Illustration: Kim NovakDer Fall. Sie werden heute früh dringend ins Seniorenheim gerufen, ein Bewohner ist gerade aus dem Bett gestürzt und hat große Schmerzen im linken Bein. Sie sind zufällig in der Nähe und können sehr rasch dort sein. Ein Pfleger bringt Sie zum Patienten und berichtet währenddessen, was passiert ist. „Herr F. (90 J.) ist immer noch mit seinem Rollator mobil und für sein Alter erstaunlich fit. Heut früh ist ihm beim Aufstehen plötzlich schwindlig geworden, und plötzlich lag er schon am Boden. Wir haben den Lärm gehört und sind sofort hin.“ Schon beim Betreten des Zimmers fällt Ihnen das außenrotierte und verkürzte linke Bein auf. Herr F. hat starke Schmerzen. Vorerkrankungen: Hypertonie, KHK, Prostatahyperplasie. RR 150/95 mmHg, P 95, Temp. 36,5°C. Was tun Sie? Welche Maßnahmen sind zu treffen? (ärztemagazin 04/17)

„Es ist naheliegend, von einer Fraktur des Oberschenkels auszugehen“

Foto: PrivatUniv.-Doz. Dr. Max Böhler,
Evangelisches Krankenhaus Wien Währing
Zuallererst ist es erforderlich, mit dem Patienten in einem kurzen Gespräch zu versuchen, einen Eindruck von seinem geistigen Zustand zu bekommen. Ist er wach und orientiert, ist es im nächsten Schritt erforderlich, den Gestürzten richtig zu lagern und gemeinsam mit ihm eine möglichst schmerzfreie Position am Boden zu finden. Dann wird idealerweise ein Venenkatheder gelegt um zügig eine Infusionslösung in Kombination mit einem schnell wirksamen Schmerzmittel zu verabreichen. Eine zusätzliche Sauerstoffverabreichung und die Antikoagulation sowie das Legen eines Harnkatheders sind ebenfalls Maßnahmen, die eine weitere Versorgung des Verunfallten erleichtern.

Nach diesen ersten Maßnahmen kann damit begonnen werden, den Zustand des schmerzhaften Beines zu bewerten. Nachdem sich das Bein außenrotiert und verkürzt präsentiert und selbst ­geringste Bewegungen starke Schmerzen verursachen, ist es naheliegend von einer Fraktur des Ober­schenkels als Folge des Sturzes auszugehen. Bei dieser Verdachtsdiagnose ist ein sofortiger und zügiger Transport in das nächstgelegene Unfallkrankenhaus zur weiteren Behandlung erforderlich, um dann dort die weitere operative Versorgung durchführen zu lassen. Nach dem Verständigen der Sanität wird alles vorbereitet, um den Patienten vom Pensionistenheim in das Spital bringen zu lassen. Wenn möglich, sollen umgehend Angehörige oder Vertrauenspersonen über den Unfall und die weiteren Transferierungsmaßnahmen informiert werden. Bei einer raschen operativen Versorgung und umgehenden Mobilisierung ist die Morbidität und Mortalität der Patienten niedrig.

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