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Das Robin Hood Gen in mir

Dr. Mag. pharm. Irene Promussas, Foto privat

Es gibt einen Satz, den kann die diensthabende Pharmazeutin nur noch schwer ertragen. Er lautet: „Haben Sie auch meine Prozente abgezogen?“ Variationen davon wie „Ich bekomme bei Ihnen Prozente“ oder „Kann ich vielleicht mehr Prozente haben?“ gelten natürlich genauso als Kopfwehmittel für ApothekerInnen. Ich glaube, es liegt am Wort „Prozente“. Die milde Form vom Einfordern des Rabattes „Bitte auf meinen Namen buchen“ oder „Ich bin bei Ihnen in der Kartei“ (was gar nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass KundInnen Prozente bekommen – oft sammeln sie nur für ihren Jahresausdruck) tut viel weniger weh.

Ja, wir gewähren Prozente, und teilweise mehr als andere KollegInnen. Es hat sich aber herausgestellt, dass Erinnerungen an, Forderungen nach, und Bestehen auf Prozente bei der heftig einkaufenden Oberschicht viel üblicher sind als bei Otto und Trude Normalverbraucher. Woran liegt das? Das Robin-Hood-Gen in mir wäre ja stark daran interessiert, den ganz kleinen Leuten, zum Beispiel MindestpensionistInnen oder rezeptgebührenbefreiten AlleinerzieherInnen, Prozente zu geben, weil es für diese Klientel eben nicht egal ist, ob sie fünf Euro oder vier Euro fünfzig bezahlt.

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