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Das Ende des Geduldsfadens

stelzl.180Heute ist wieder mal so ein Tag, an dem alle meine vorösterlichen und fastenzeitlichen guten und christlichen Vorsätze langsam, aber sicher ins Wanken geraten. Sprich: Geduld, Verständnis, Langmut, Einfühlungsvermögen und liebevolle Gelassenheit gehen langsam den Bach runter. Es beginnt gleich bei der ersten Patientin. Eine Neue, zum ersten Mal in meiner Ordi und zur Gesundenuntersuchung da. Eigentlich hatten wir einen ganz guten Start. Sie war freundlich, ich war schon wach, obwohl es noch vor acht Uhr war. Dann langsam und schleichend ändert sich die Stimmung mit der Überweisung zum Hautarzt wegen der Muttermale.

Dass bei Kassenhautärzten Wartezeiten in Kauf zu nehmen sind, ist kein Geheimnis. Auf der einen Seite gibt es viel zu wenige Kassenstellen, und auf der anderen Seite muss heutzutage jeder banale Pickel und jeder Fußpilz unbedingt zum Facharzt. Unterstützt wird das auch von den Krankenkassen, da der offenbar zu beschränkte Praktiker viele Medikamente einfach nicht erstverschreiben darf. Das heißt, auch wenn dem Patienten das Schwammerl schon zwischen den Zehen rauswächst und die Nägel dick, braun und krümelig vor sich hinbröseln, darf der Hausarzt das Schauspiel nur bewundern und eine Zuweisung zum Facharzt schreiben. Aber ich schweife ab.

W wie Wartezeiten

Die Dame beginnt zu mosern, dass es Wartezeiten bei Kassenärzten gibt. „Wissen Sie“, meint sie, „ich arbeite in der Privatwirtschaft. Da wäre so etwas undenkbar.“ Na ja, so undenkbar ist das nicht, wenn ich denke, was für Wartezeiten ich schon bei den verschiedensten Handwerksbetrieben hatte und welchen Wahnsinn mit unserer mittlerweile in Konkurs gegangen privatwirtschaftlichen Baufirma. Aber bitte. Gehen wir mal davon aus, dass in der Privatwirtschaft alles so super läuft. „Sie dürfen Kassenärzte nicht mit Privatwirtschaft gleichsetzen“, erwidere ich.

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Von: Dr. Ulrike Stelzl