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Arzneimittelprofil Palbociclib

Michael Gnant, Christian Marth, Günther Steger

Abstract

Trotz Verfügbarkeit zahlreicher hormoneller Therapien ist der Behandlungserfolg beim Hormonrezeptor-(HR)-positiven Mammakarzinom häufig limitiert durch die Entwicklung endokriner Resistenzen. Die Umgehung dieser Resistenzentwicklung stellt daher eine der größten Herausforderungen in der Brustkrebstherapie dar. Ein innovativer Behandlungsansatz wurde durch die Entwicklung sogenannter CDK4/6-Inhibitoren geschaffen. Die Cyklin-abhängigen Kinasen (cyclin-dependent kinase; CDK) vom Typ 4 und 6 (CDK 4/6) ermöglichen den Übertritt der Zelle von der G1 Phase in die S-Phase und fördern damit die Proliferation von Tumorzellen. CDK4/6-Inhibitoren hemmen diese Enzyme gezielt und verhindern damit das unkontrollierte Zellwachstum.

Palbociclib, der erste Vertreter dieser neuen Wirkstoffgruppe, ist hochselektiv für CDK 4 und 6. Er bewirkte in Kombination mit Letrozol in den Studien PALOMA 1 und PALOMA 2 eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS; primärer Studienendpunkt) um zehn Monate (PALOMA 1: 20,2 vs. 10,2 Monate; HR 0,488; p=0,0004; PALOMA 2: 24,8 vs. 14,5 Monate; HR 0,58; p<0,001).

In der Zweitlinien-Studie PALOMA 3 führte Palbociclib in Kombination mit Fulvestrant bei Frauen mit HR-positivem Brustkrebs nach Versagen einer endokrinen Therapie zu einer Verlängerung des PFS-Medianwerts gegenüber Fulvestrant alleine (11,2 vs. 4,6 Monate; HR 0,497; p<0,000001). Die Ergebnisse der PALOMA-3-Studie zeigten insbesondere auch, dass Palbociclib in der Kombination mit Fulvestrant sowohl bei prä- als auch bei postmenopausalen Frauen wirksam ist.

Der klinische Nutzen der Kombinationstherapie gegenüber endokrinen Monotherapien konnte in den drei PALOMA-Studien für alle untersuchten Subgruppen nachgewiesen werden. Die häufigsten Nebenwirkungen unter Palbociclib sind Neutropenie, Leukopenie, Anämie und Thrombozytopenie. Auch Müdigkeit, Fatigue, Übelkeit und Kopfschmerzen waren häufiger als in der Kontrollgruppe. Die Nebenwirkungen waren jedoch gut tolerierbar und konnten durch Dosisreduktion oder vorübergehende Therapieunterbrechung meist gut beherrscht werden.