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Steckbrief einer häufigen Gedächtnisstörung

Foto: agsandrew/iStock

Eine plötzlich auftretende Störung des Gedächtnisses wird von Patienten und deren Angehörigen zumeist als sehr bedrohlich erlebt. Im Falle einer „transienten globalen Amnesie“ handelt es sich um ein häufiges neuropsychologisches Phänomen unklarer, vermutlich multifaktorieller Ätiologie mit typischer Klinik und guter Prognose. Kennzeichnend ist, dass Betroffene aufgrund einer anterograden Gedächtnisstörung repetitiv Fragen stellen, zusätzliche (herd-)neurologische Defizite finden sich in aller Regel nicht und geben, so sie vorhanden sind, Anlass zur weiteren diagnostischen Abklärung. 

Die „transiente globale Amnesie“ (TGA), die auch als „anamnestische Episode“ bezeichnet wird, ist durch eine akut einsetzende Störung von Gedächtnisinhalten gekennzeichnet. Die Dauer dieser Störung betrifft einen Zeitraum von einer bis maximal 24 Stunden bei im Mittel sechs bis acht Stunden andauernder Symptomatik. Im Verlauf der akuten Erkrankung besteht eine anterograde Amnesie, die Behaltensspanne für neue Gedächtnisinhalte ist auf 30 bis 180 Sekunden vermindert.

Die Patienten sind stets wach und gut kontaktierbar, die Orientierung zur Person ist immer gegeben, allerdings fehlt typischerweise die Orientierung zur Zeit und zur Situation. Kennzeichnend ist, dass die Patienten wiederholt (meist dieselben) Fragen zu beispielsweise situativen Umständen stellen, ratlos und sehr beunruhigt wirken. Neben der anterograden Amnesie kann auch je nach Ausprägung der TGA eine retrograde Amnesie hinzutreten, das heißt, es kann auch nicht auf ältere Gedächtnisinhalte zugegriffen werden, wobei Ereignisse aus der jüngeren Vergangenheit zumeist schlechter abgerufen werden können. Die anamnestische Störung wirkt sich aber in aller Regel nicht auf die Durchführung komplexerer, gewohnter Handlungen aus, wie beispielsweise Verrichtungen im Haushalt oder aber auch das Bedienen von Maschinen oder das Lenken von Kraftfahrzeugen.

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