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MM: Chancen und Möglichkeiten

Experten im Gespräch zum Thema Medikationsmanagement: Welche konkreten Schritte es braucht, damit Medikationsmanagement in Österreichs Apotheken gelebt werden kann, wurde beim Roundtable der Pharmaceutical Tribune auf der austropharm in Wien am 21.4.2016 diskutiert. Am Podium waren Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, die beiden Initiatoren und Leiter der MM-Kurse Mag. pharm. Christina Labut und Mag. pharm. Dr. med. Alexander Hartl, sowie Moderatorin Bettina Kammerer, Chefredakteurin der Pharmaceutical Tribune.

Teil 1: Wie hat MM begonnen?


Teil 2: Was hat sich beim MM getan?

Teil 3: Wie soll MM umgesetzt werden?


Teil 4: Welche Bedeutung hat MM für die Zukunft?

Teil 5: Präsentation MM


Teil 6: Das rote “MM-Brevier”

Das Gros der Apothekerinnen und Apotheker ist überzeugt, dass Medikationsmanagement ihre Zukunft ist. Gerade bei Polypharmazie sind Adherence-Probleme, Einnahmefehler und Wechselwirkungen vorprogrammiert – und genau hier setzt Medikationsmanagement zur Optimierung der Patientenbetreuung an. Derzeit werden in Österreich Weichen gestellt und Entscheidungen getroffen, die die Implementierung von Medikationsmanagement als Patientenservice in der öffentlichen Apotheke betreffen. All das waren die Gründe für das Pharmaceutical-Tribune-Team, den Roundtable auf der austropharm Wien dem Thema „Medikationsmanagement: Chancen und Möglichkeiten“ zu widmen.

Die beiden Initiatoren und Leiter der MM-Intensivkurse Mag. Christina Labut und Mag. Dr. Alexander Hartl betonten, dass diese Kurse mittlerweile über 1000 Absolventen das Rüstzeug für eine High-End-Analyse geben. „Die Kurse liefern die fachliche Basis für Medikationsmanagement, wo wir uns eine Stunde Zeit mit dem Patienten nehmen“, so Hartl. Medikationsmanagement ist also eine Erweiterung von der klassischen Taraberatung hin zu einer modernen, individuellen und im Idealfall langfristigen Betreuung.“
Für alle, denen dieser Zugang vorerst zu akademisch ist, die aber an Medikationsmanagement interessiert sind, gibt es jetzt ein neues Kursangebot. „Wir bieten das Modul ,MM light an der Tara‘ als Abendkurs an“, sagt Labut. „Dabei greifen wir Beispiele aus den großen MM-Kursen heraus und bereiten sie für die Tara auf.“ Der erste MM-light-Kurs findet am 1. 6. 2016 in Wien statt. Klicken Sie hier, um sich gleich dafür anzumelden.

Was die Ausbildung in Sachen MM betrifft, gehe man planmäßig vor, betont ÖAK-Präsident Mag. Max Wellan: „Im Zuge der Studienreform wurde Medikationsmanagement bereits integriert. Zwei Semester sind künftig dafür vorgesehen. Auch die Privatuniversitäten haben sich bereits das Thema Medikationsmanagement auf ihre Fahnen geheftet.“

Knackpunkt sind aktuell die Schritte zur Umsetzung von MM in die Praxis. „Die Kosten für Medikationsmanagement in der Höhe von 120 Euro soll der Patient nicht alleine tragen“, fordert Wellan. „Wir führen derzeit intensive Gespräche. Kostenträger werden zunächst Zusatzversicherungen und innovative Krankenkassen sein. Der Hauptverband ist derzeit leider mit anderen Themen befasst.“ Für Wellan unverständlich, denn der langfristige Nutzen von systematischem Medikationsmanagement liege auf der Hand.
Konkret sind auch die Schritte zu einem ersten Pilot-Projekt. Hartl: „Die Pläne zur Umsetzung im Herbst sind schon sehr weit fortgeschritten. Unsere Gesprächspartner erkennen den Benefit für ihre Patienten.“
Eine weitere Forderung der Apotheker heißt, die ELGA-Laborwerte einsehen zu können. „Das ist essenziell. Wir könnten damit Patienten viel besser beurteilen. Nieren- und Elektrolytwerte werden bei arzneimittelbezogenen Problemen oder Fragestellungen standardmäßig angesehen“, erklärt Hartl. Auch Wellan schließt sich dieser Forderung an: „Wir werden da ganz sicher dranbleiben, jetzt steht ELGA aber erst am Start. Ein erster Schritt wäre für mich, dass Patienten eine einfache Möglichkeit bekommen, den Apotheker ihres Vertrauens längerfristig für jene Daten, die er für das Medikationsmanagement braucht, freizuschalten.“

In naher Zukunft wird es zudem für die Absolventen der MM-Kurse eine eigene Plakette geben, damit sie in der Apotheke für die Patienten als besonders gut geschult erkennbar sind. „Medikationsmanagement ist eine klare Abgrenzung gegenüber Internet und dm“, betont Labut, und das soll erkennbar sein. Klar ist auch die Position von Apothekerchef Wellan: „In der Apotheke laufen die Fäden zusammen, und wir wollen die Verantwortung für arzneimittelbezogenes Management übernehmen.“

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Bettina Kammerer, Chefredakteurin Pharmaceutical Tribune sowie APO Schaufenster