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Johanniskraut: Achtung, Wechselwirkungen!

MEDIKATIONSMANAGEMENT – TEIL 7

Der pflanzliche Stimmungsaufheller Johanniskraut ist die Arzneipflanze des Jahres 2015. Sein beträchtliches Interaktionspotenzial erfordert jedoch immer einen genauen Blick auf die Begleitmedikation. 

Die im Handel befindlichen Johanniskrautextrakte können sich in ihrer Zusammensetzung stark unterscheiden. Sie enthalten ein komplexes Substanzgemisch aus etwa 15 Komponenten. Neben Naphthodianthronen wie Hypericin und Pseudohypericin und Phloroglucinderivaten (Hyperforin) finden sich in Hyperi­cumextrakten auch Flavonoide (Rutosid, ferner Hyperosid, Quercitrin, Isoquercitrin) sowie Procyanidine, Catechingerbstoffe, Xanthone und ätherisches Öl. Der für den antidepressiven Effekt wichtigste Inhaltsstoff scheint Hyperforin zu sein (neben anderen, wie Hypericin oder Pseudohypericin).

Hohes Interaktionspotenzial

Die Komponente, die für das ausgeprägte Wechselwirkungspotenzial der Pflanze verantwortlich zeichnet, ist Hyperforin. Via Interaktion mit dem nukleären Pregnan-X-Rezeptor ist das Phloroglucinderivat in der Lage, eine dosisabhängige Induktion des Transportproteins P-Glykoprotein (Pgp) sowie des CYP3A-, CYP2C9- und CYP2C19-Systems zu erzeugen. Dadurch sinkt der Plasma­spiegel der durch diese Systeme verstoffwechselten Substrate, eine Wirkungsabschwächung der entsprechenden Arzneistoffe bis hin zum Therapieversagen ist die Folge.

Die genannten Effekte treten ein bis zwei Wochen nach Beginn der Behandlung ein, also noch vor dem eigentlichen Wirkeintritt des Johanniskrauts, der zirka sechs Wochen benötigt. Nach Beendigung der Therapie dauert es wiederum bis zu zwei Wochen, bis die Induktionseffekte abklingen. Eine Kombination rezeptpflichtiger Wirkstoffe, die Substrate von CYP3A4 oder P-Glykoprotein sind, muss also entweder vermieden oder strengstens ärztlich überwacht werden.

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