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ESMO 2016 Highlights

esmo Frühe Ergebnisse zu neoadjuvantem Nivolumab fielen durchwegs positiv aus, während die adjuvante Wirksamkeit von hochdosiertem Ipilimumab beim Melanom auf Kosten der Verträglichkeit ging. Neues zur Immuntherapie gab es auch beim Blasenkarzinom und bei Kopf-Halstumoren. (krebs:hilfe! 11/16)

Neoadjuvante NSCLC-Therapie

Bis jetzt widmeten sich Studien zu anti-PD1- und anti-PD-L1-gerichteten Wirkstoffen der Behandlung des fortgeschrittenen NSCLC. Erstmals zeigte nun eine Studie, dass die neaodjuvante Behandlung beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom im Fruhstadium (I–IIIA) mit dem PD-1-Inhibitor Nivolumab sicher und praktikabel ist (Forde PM et al., Abstract LBA 41). Definitionsgemäß galt die Therapie dann als praktikabel, wenn sie die Resektion nicht verzögerte. Eingeschlossen waren 20 Patienten, bei denen vorab eine Biopsie genommen wurde. Nachfolgend erhielten die Patienten zweimal 3 mg/kg Nivolumab vier und zwei Wochen vor der Resektion des Tumors. Bei den ersten bislang ausgewerteten Studienteilnehmern (n = 16) fanden sich keine signifikanten Sicherheitsbedenken und keine Verzögerungen der Operationstermine.
Explorative Endpunkte inkludierten korrelative Analysen der präoperativen Biopsie und der Tumorresektate nach der Therapie, wobei eine PD-L1-Farbung, eine multiplex-Immunhistochemie (mIHC) sowie eine T-Zell-Rezeptor-Sequenzierung durchgeführt wurden.
Sechs von 15 operierten Patienten (40 %) hatten eine gute pathologische Tumorregression (≥ 90 %), d.h. weniger als zehn Prozent verbleibender, überlebensfähiger Tumorzellen im Resektat, infolge der Nivolumab-Therapie. Davon wiesen alle eine hohe Dichte an tumorinfiltrierenden Immunzellen auf und zeigten entweder ein komplettes pathologisches Ansprechen oder isolierte verbleibende Tumorzellen. Bei weiteren fünf Patienten trat eine gewisse Tumorregression und Immuninfiltration ein. mIHC-Analysen zeigten eine Einwanderung von zytotoxischen T-Zellen und detektierten neue T-Zell-Klone im Tumor, die in der präoperativen Biopsie nicht nachweisbar waren.
Erstautor Prof. Dr. Patrick Forde, Baltimore, USA, kommentierte: „Wir fanden ein präliminares Signal dafür, dass die anti-PD-1-gerichtete Immuntherapie bei frühem Lungenkrebs wirken konnte. Nach diesen ersten Resultaten weiten wir die Studie aus. Eine Gruppe erhält ein Drittel der Nivolumab-Dosis präoperativ, während die andere Gruppe eine Kombination aus Nivolumab und Ipilimumab erhalt. Andere Studiengruppen, wie das Lung Cancer Mutation Consortium in den USA, führen ebenfalls größere Studien mit einer neoadjuvanten Checkpoint-Blockade bei Patienten mit NSCLC durch.“
Prof. Pieter Postmus, Liverpool, UK, warnt vor verfrühten Schlussfolgerungen: „Beim Vergleich kleiner Biopsien, die nicht den gesamten Tumor repräsentierten, mit dem gesamten Tumorresektat besteht die Gefahr eines Bias. Beschrieben wurde ein biologischer Effekt, aber ob dieser einen klinischen Einfluss auf das Überleben hat, bleibt offen.“ Ergebnisse zum Langzeitüberleben werden der ultimative Test für diese neoadjuvanten Immuntherapie-Strategien sein, fügt Postmus noch hinzu.

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