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Worry Intervention Trial: Kognitive Verhaltenstherapie bei Verfolgungswahn

Exzessive Sorgen können eine Paranoia hervorrufen. Das britische “Worry Intervention Trial” belegt, dass Interventionstechniken, die sich der Sorgen annehmen, neben der Standardtherapie von Psychosen vorteilhaft sein können.

Worry Intervention Trial

Britische Forscher beschäftigten sich mit der Frage, ob die Reduktion von Sorgen eine zusätzliche Standard-Therapie bei Patienten mit Verfolgungswahn sein könnte.

Sorgen könnten bei Patienten mit psychotischen Störungen ein mitwirkender, ursächlicher Faktor bei der Entstehung eines Verfolgungswahns sein. Daher postulierten die Autoren einer Studie, die im Fachmagazin Lancet Psychiatry veröffentlicht wurde, dass die Verringerung von Sorgen mittels kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) einen Verfolgungswahn reduzieren kann.

Für die zweiarmige, randomisierte, kontrollierte Studie (Worry Intervention Trial) rekrutierten Daniel Freemann und seine Kollegen von der University of Oxford Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren mit anhaltendem Verfolgungswahn, aber nicht-affektiver Psychose aus dem Oxford Health National Health Service Foundation Trust und dem Southern Health NHS Foundation Trust.

Die wichtigsten Einschlusskriterien für die Probanden waren ein Ergebnis von mindestens 3 auf der Psychotic Symptoms Rating Scale (PSYRATS) und ein klinisch signifikantes Niveau von Sorge.

In Frage kommende Patienten wurden von November 2011 bis September 2013 randomisiert entweder nur mit der Standardtherapie behandelt oder zusätzlich in sechs Sitzungen über einen Zeitraum von 8 Wochen mit einer kognitive Verhaltenstherapie behandelt (CBT-Interventionsgruppe).

Die primären Endpunkte waren die Erhebung von Wahnvorstellungen mittels der PSYRATS-Täuschungsskala und die Messung von Sorgen anhand des Penn State Worry Questionnaire (PSWQ), das exzessives, unrealistisches Sorgen als zentrales kognitives Begleitsyndrom einer generalisierten Angststörung definiert.

Die Datenauswertung ergab, dass die CBT-Intervention im Vergleich zur alleinigen Standardtherapie Sorgen und Verfolgungswahn innerhalb von 8 Wochen deutlich reduzierte.

Den Forschern zufolge legen die Resultate nahe, dass Sorgen eine Paranoia hervorrufen können und Interventionstechniken, die sich der Sorgen annehmen, neben der Standardtherapie von Psychosen vorteilhaft sein können.

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Daniel Freeman, Prof Graham Dunn, Helen Startup, Katherine Pugh, Jacinta Cordwell, Helen Mander, Emma Černis, Gail Wingham, Katherine Shirvell, David Kingdon
Effects of cognitive behaviour therapy for worry on persecutory delusions in patients with psychosis (WIT): a parallel, single-blind, randomised controlled trial with a mediation analysis
The Lancet Psychiatry, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S2215-0366(15)00039-5

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