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Urabstimmung unter oberösterreichischen Spitalsärzten

Die Kurie der oberösterreichischen Spitalsärzte beschloss am 29. Jänner einstimmig eine Urabstimmung zum neuen Gehaltsschema. Auch in Wien wird es zur Urabstimmung kommen.

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LH Josef Pühringer rechnet damit, dass sich die Ärzte in der “Ärztebefragung”, so wird die Urabstimmung offiziell genannt, für das vom Land OÖ und der Ärztekammer geschnürte Paket entscheiden werden und es zu einer zeitgerechten Umsetzung per 1. Juli kommen werde.

Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser hatte im Vorfeld der Kuriensitzung Donnerstagabend von einem “Kommunikationsdesaster” gesprochen. In der unmittelbar nach der Einigung am Verhandlungstisch angesetzten Pressekonferenz seien nur ungefähre Zahlen veröffentlicht worden. Offenbar sorgte das in der Ärzteschaft für Beunruhigung und Widerstand, der in der Forderung nach einer Urabstimmung gipfelte.

Man arbeite derzeit mit den Krankenhausträgern Möglichkeiten aus, wie man die Spitalsärzte am besten informieren könne, hieß es am Freitag aus der Ärztekammer. Eine Variante wäre etwa ein Gehaltsrechner, mit dem jeder individuell sein künftiges Einkommen ermitteln kann. Die Kammer erwartet, dass die Information und die Vorbereitung der Befragung “Wochen, nicht Monate” dauern wird.

Pühringer zeigte sich sicher, dass die Vereinbarung halten wird. Seiner Schätzung nach würden 80 Prozent der Ärzte von dem neuen Schema “doppelt profitieren”, der Rest zumindest durch die geringere Arbeitszeit. “Die Umstellung im Gehaltssystem ist kein Angriff auf die Leistungsträger, sondern eine Minderung der Auswüchse”, betonte er. Es gebe wohl keine andere Berufsgruppe, in der die Gehaltsbandbreite 1:23 betrage. Das sei eine “Ungerechtigkeit”, da müsse die Politik eingreifen.

Bis zum geplanten Umsetzungstermin am 1. Juli werde es noch mehrere Landtagssitzungen geben, erklärte Pühringer gegenüber der APA. In einer davon werde man die nötigen Gesetzesänderungen beschließen. Da die Ärztekammer die Empfehlung, keine Überstunden zu machen, zurückgenommen habe, sei auch die Versorgung in den Spitälern gesichert, hofft der Landeshauptmann.

>> Presseaussendung derÄrztekammer für Oberösterreich: Spitalsärzteverhandlungen: Erfolg für oö. SpitalsärztInnen

Urabstimmung auch unter Wiener KAV-Medizinern

Die Ärztekammer für Wien strebt nun auch eine Urabstimmung hinsichtlich des Ärztearbeitszeitgesetzes an. Nach den Semesterferien, die heute in Wien begonnen haben, sollen die KAV-Ärzte über die neuen Modelle entscheiden, berichtete die Tageszeitung “Die Presse”. Die Urabstimmung soll elektronisch und daher auch nicht anonymisiert durchgeführt werden. In den nächsten Tagen werden seitens der Wiener Ärztekammer Details verkündet.

Quelle: APA