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Troponin als Indikator bei Non-STEMI-Infarkt

Ein neu entwickelter und in einer deutschen Studie untersuchter Test, der auf Veränderungen des Biomarkers Troponin setzt, könnte zu einer entscheidenden Veränderung in der Diagnostik des akuten Koronarsyndroms führen.

Foto. BilderBox.com

Troponin-Veränderungen liefern entscheidende Informationen über die Wahl der Therapie bei einem Non-STEMI-Infarkt.

 

Bei der 81. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim präsentierte Stefan Blankenberg vom Herzzentrum Hamburg eine Studie, der zufolge die Troponin-Veränderungen innerhalb der ersten Stunde nach der Spitalseinlieferung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom entscheidende Informationen über die Wahl der Therapie bei einem Non-STEMI-Infarkt liefern.

DGK-Jahrestagung

Herzinfarkt-Diagnose bei Non-STEMI ACS innerhalb einer Stunde

Bislang wurde Troponin sowohl bei der Aufnahme von Spitalspatienten mit Infarktverdacht als auch nach etwa sechs Stunden bestimmt. Die Hamburger Froschergruppe belegte, dass mit einem neuen, extrem sensitiven Troponin-Test exakte Ergebnisse auch mit der Troponin-Dynamik in der ersten Stunde erzielt werden können.

Den Patienten wurde bei der Spitalsaufnahme Blut abgenommen und das Troponin bestimmt. Eine Stunde später erfolgt eine weitere Blutabnahme und Troponin-Bestimmung. Veränderte sich das Troponin in dieser Zeit, erhielten die Patienten einen Herzkatheter, die Durchblutung des Herzmuskels wurde mittels Angiographie untersucht und bei Bedarf eine entsprechende Therapie eingeleitet. Blieb das Troponin inerhalb dieser Stunde gleich, wurden die Patienten entlassen – mit Ausnahme der sehr seltenen Fälle, in denen der Troponin-Wert sehr hoch war, sich mit der Zeit aber nicht veränderte.

„In unserer Studie hatten wir 40 bis 50 Prozent Patienten, die wir nach einer Stunde nach Hause schicken konnten und nur noch zehn bis 15 Prozent, die zum Herzkatheter mussten. Die restlichen mussten ebenfalls im Krankenhaus bleiben und wurden dort gründlich nicht invasiv untersucht“, erklärte Blankenberg bei der Jahrestagung der DGK. DerKkardiologe geht davon aus, dass dieser Algorithmus die gängigen Leitlinien herausfordern werde.

Martin Möckel, Julia Searle, Christian Hamm, Anna Slagman, Stefan Blankenberg, Kurt Huber, Hugo Katus, Christoph Liebetrau, Christian Müller, Reinhold Muller, Philipp Peitsmeyer, Johannes von Recum, Milos Tajsic, Jörn O. Vollert, Evangelos Giannitsis
Early discharge using single cardiac troponin and copeptin testing in patients with suspected acute coronary syndrome (ACS): a randomized, controlled clinical process study
European Heart Journal 2015 Feb 7; 36(6): 369–376, doi: 10.1093/eurheartj/ehu178

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie