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Teixobactin: Neu entdecktes Antibiotikum

Pathogene können sehr wahrscheinlich gegen Teixobactin, das vielversprechendste von 25 neuen, mit Hilfe von Erdreich gezüchteteten Antibiotika nicht resistent werden.

Elektronenmikroskopische Aufnahme des Teixobactin-Produzenten Elefhtheria terrae

Elektronenmikroskopische Aufnahme des Teixobactin-Produzenten Elefhtheria terrae

Ein neues Verfahren für den Anbau von unkultivierten Bakterien führte zur Entdeckung eines Teixobactin genannten Antibiotikums.

Kim Lewis von der Northeastern University spielte bei der Analyse und der Testung der Verbindung auf Widerstand gegenüber Krankheitserregernn eine entscheidende Rolle. In einer am 7. Jänner im Fachmagazin Nature publizierten Studie beschreibt er mit Kollegen von der Uni­versität Bonn, des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung und Mitarbeitern der Unternehmen Novo­Bi­otic Phar­ma­ceu­ti­cals und Selcia Lim­ited, wie das neu entdeckte Antibiotikum Krankheitserreger eliminiert, ohne auf nachweisbaren Widerstand zu treffen.

Wissenschaftler des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie des Universitätsklinikums Bonn, die auch zum Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) gehören, entschlüsselten den Wirkmechanismus des neuen Bakterienhemmstoffs. Teixobactin, das vom Bodenbakterium “Elefhtheria terrae” produziert wird, zielt auf für die Bildung der Zellwände von Bakterien bedeutsame Fette ab und hemmt die Synthese der Bakterienzellwand. Diese Hürde sollte für Bakterien nur schwer zu überwinden sein.

„Teixobactin greift an vielen entscheidenden Stellen in den Aufbau der Zellwand an und macht bakterielle Anpassungsstrategien nahezu unmöglich“, sagt Dr. Schneider vom Institut für Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie des Universitätsklinikums Bonn (zweite von rechts)

„Teixobactin greift an vielen entscheidenden Stellen in den Aufbau der Zellwand an und macht bakterielle Anpassungsstrategien nahezu unmöglich“, erklärt Dr. Tanja Schneider vom Institut für Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie des Universitätsklinikums Bonn (zweite von rechts)

Ein derartig resistenzfreies Antibiotikum gab es bislang noch nie. Teixobactin könnte im Kampf gegen chronische Infektionen wie Tuberkulose sowie durch staphy­lo­coccus aureus verursachte Erkrankungen hilfreich sein, denn bei diesem Antibiotikum konnte keine durch Mutationen der Erregers verursachte Resistenz identifiziert werden.

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Die Wissenschaftler vergleichen ihre Entdeckung mit Vancomycin, das in den 1950er-Jahren entdeckt wurde und ebenso den Aufbau der Bakterienwand hemmt. Eine Resistenz trat erst in den späten 1980er-Jahren auf. Offen bleibt jedoch die Frage, ob diese Verzögerung auf Eigenschaften des Antibiotikums oder auf seine geringe Verbreitung zurückzuführen ist.

Losee L. Ling, Tanja Schneider, Aaron J. Peoples, Amy L. Spoering, Ina Engels, Brian P. Conlon, Anna Mueller, Till F. Schäberle, Dallas E. Hughes, Slava Epstein, Michael Jones, Linos Lazarides, Victoria A. Steadman, Douglas R. Cohen, Cintia R. Felix, K. Ashley Fetterman, William P. Millett, Anthony G. Nitti, Ashley M. Zullo, Chao Chen, Kim Lewis
A new antibiotic kills pathogens without detectable resistance
Nature, Published online 07 January 2015, doi:10.1038/nature14098

Quelle: pte, Universität Bon, Northeastern

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