Menü Logo medONLINE.at

Stammzelltherapie bei Infertilität: Enttäuschende Ergebnisse

Schwedische Forscher eruierten, ob eine Stammzelltherapie bei Infertilität als therapeutische Option möglich ist. Doch vermutlich kann diese die Chancen auf Nachwuchs nicht erhöhen.

Foto: istockphoto, Paha_L

Schwedische Forscher untersuchten, ob sich der Traum vom eigenen Kind für unfruchtbare Paare mittels Stammzelltherapie erfüllen lässt.

 

Seit Jahren gilt es als umstritten, ob Infertilität mit Stammzellen behandelt werden kann. Ein Team von Forschern der Universität Gothenburg und des Karolinska Instituts ging mittels Versuchen an Mäusen der Frage nach, ob sich der Traum vom eigenen Kind mittels dieser Option erfüllen lassen könnte. Die Ergebnisse der Studien, die in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) publiziert wurden, sind für unfruchtbare Paare enttäuschend: Vermutlich kann nämlich eine Stammzelltherapie die Chancen auf Nachwuchs nicht erhöhen.

Keimzell-Stammzellen – eine Mär?

Seit dem Jahr 2004 geistern Meldungen durch die Medien, dass Unfruchtbarkeit mit Stammzellen behoben werden kann. Damals hatten nämlich Versuche an der Maus gezeigt, dass deren Ovarien auch nach der Geburt neue Eizellen bilden. (Johnson, J., et al., Germline stem cells and follicular renewal in the postnatal mammalian ovary, Nature 428, 2004). Seitdem versuchten etliche Arbeitsgruppen, die Versuche zu replizieren, was jedoch niemals gelang. Nach wie vor ist nicht geklärt, ob es überhaupt möglich ist, neue Eier mit Hilfe von Stammzellen zu schaffen.

Professor Kui Liu

Professor Kui Liu

Molekularbiologen um Liu Kui von der Universität Göteborg legten nun mit der Outi Hovatta Forschungsgruppe am Karolinska Institut und dem Jan-Åke Gustafsson Forschungsteam an der University of Houston in den USA, mit Experimenten an Mäusen dar, dass die weiblichen Tiere nur über jene Eizellen verfügen, die sie von Geburt an haben.

Kui Liu zufolge zeige dies, dass Bemühungen der Stammzellforschung in der klinischen Behandlung von Kinderlosigkeit unrealistisch seien. Fertilitätskliniken sollten stattdessen ihren Fokus auf die vorhandenen Eizellen der Frauen richten.

[restrict allow_role=”administrator, editor, author, subscriber” message=”… Um weiterzulesen, müssen Sie sich einloggen. medONLINE.at steht exklusiv ÄrztInnen aus Österreich zur Verfügung.” /restrict]

Hua Zhang, Lian Liu, Xin Li, Kiran Busayavalas, Yan Shen, Outi Hovatta, Jan-Åke Gustafsson, Kui Liu
Life-long in vivo cell-lineage tracing shows that no oogenesis originates from putative germline stem cells in adult mice
PNAS 2014 111 (50) 17983-17988; published ahead of print December 1, 2014, doi: 10.1073/pnas.1421047111

Quelle: Universität Göteborg

[/restrict]