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Purifizierung von IgG-Antikörpern

Am Austrian Centre of Industrial Biotechnology wurde eine Methode zur Reinigung von Therapie-Antikörpern nach der Herstellung in tierischen Zellen entwickelt.

Nikolaus Hammerschmidt

Nikolaus Hammerschmidt

Derzeit werden von Hamsterzellen produzierte, therapeutische Antikörper meist mit einem Eiweißstoff aus der Zellwand von Staphylococcus aureus-Bakterien aufgeschlossen. Dieses Protein-A kann die Antikörper sehr gut festhalten.

Gemeinsam mit Kollegen der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien entwickelten Forscher vom Austrian Centre of Industrial Biotechnology (ACIB) eine Methode zur Aufbereitung von  therapeutischen Antikörpern in einem röhrenförmigen Wärmeaustauscher durch Ausflockung. Dort werden die Antikörper zunächst mit Kalzium-Phosphat und anschließend mit Ethanol aufbereitet. Ihre Ergebnisse beschreiben die Wissenschaftler im Biotechnology Journal vom 17. März.

Die Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass die neu entwickelte Technik IgG-Antikörpern schneller reinigen könne als die Protein-A Methode und ertragsmäßig gleichwertig sei, so die Forscher in ihrer Aussendung. Sie gehen davon aus, dass die Methode das Potenzial habe, die Produktionskosten solcher hochwertiger Medikamente signifikant zu reduzieren. Derzeit mache nämlich die Antikörper-Reinigung etwa 80 Prozente davon aus.

Bei einer jährlichen Menge von weltweit Zehntausenden Litern Antikörper-Lösung, die behandelt werden müssen, könne dies große Ersparnisse bringen und die Medikamente für mehr Patienten verfügbar machen.

Nikolaus Hammerschmidt, Beate Hintersteiner, Nico Lingg, Alois Jungbauer
Continuous precipitation of IgG from CHO cell culture supernatant in a tubular reactor
Biotechnology Journal, Article first published online: 17 MAR 2015, DOI: 10.1002/biot.201400608

Veena Warikoo, Rahul Godawat
A new use for existing technology – continuous precipitation for purification of recombination proteins
Biotechnology Journal, Article first published online: 17 MAR 2015, DOI: 10.1002/biot.201400840

Quelle: APA, Austrian Centre of Industrial Biotechnology