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Lange Arbeitszeiten verführen zum Alkoholkonsum

Die bislang größte Studie zum Thema Arbeitsmuster und Alkohol ergab, dass Menschen, die sehr viel arbeiten, leichter in ein riskantes Alkoholkonsumverhalten rutschen.

© iStockphoto, IS_ImageSource

Work hard, party hard: Dieses Motto beherzigen vor allem Menschen, die sich in ihrem Erwerbsleben extrem verausgaben und sehr viele Stunden arbeiten. Doch aufgepasst: Jene, die mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, entwickeln eher ein extremes Trinkverhalten.

Frühere Studien enthielten bereits Hinweise, dass lange Arbeitszeiten mit einem ungesundem Lebensstil wie beispielsweise geringer körperliche Aktivität und hohem Alkoholkonsum korrellieren. Eine nun veröffentlichte Metaanalyse, die am 13. Jänner im Fachmagazin BMJ publiziert wurde, ging aber noch einen Schritt weiter und führte die Ergebnisse etlicher Studien mit Daten von insgesamt 333.693 Personen zusammen und berücksichtigte bislang unveröffentlichtes Zahlenmaterial.

Im Zuge der umfangreichen Untersuchung analysierten Forscher um die Epidemiologin Marianna Virtanen am Finnish Institute of Occupational Health in Helsinki die Resultate von 61 Studien aus 14 Ländern wie den USA, Großbritannien, Australien und Deutschland. Die Wissenschaftler kamen dabei zu dem Ergebnis, dass Menschen, die mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, zu schweren Trinkern werden als jene mit einer Arbeitszeit von 35 bis 40 Wochenstunden.

Arbeitet eine Person 49 bis 54 Stunden pro Woche Woche, gelangt sie um 13 Prozent wahrscheinlicher auf ein riskantes Trink-Level, das bei Frauen 14 Drinks und bei Mänenrn 21 Drinks pro Woche umfasst. Die Wahrscheinlichkeit, durch ein enormes Arbeitspensum zum Alkoholiker zu werden, ist nach den Ergebnissen der finnischen Studio unabhängig von Geschlecht, geographischer Region oder sozioökonomische Gruppe.

Virtanen vermutet, dass einige Menschen die Bleastung durch ihre enormen Arbeitszeiten mit Gewohnheiten bewältigen, die ungesund sind – beispielsweise mit dem Konsum von Alkohol. Zu den Symptomen, die sie so zu kompensieren versuchen, gehören etwa Stress, Depressionen und Schlafstörungen.

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Marianna Virtanen et al.
Long working hours and alcohol use: systematic review and meta-analysis of published studies and unpublished individual participant data
BMJ 2015; 350, Published 13 January 2015, doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.g7772

Quelle: New Scientist

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