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Krankenhaus Ried schließt neurologische Spezialambulanzen

Logo Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern RiedDas Schwerpunktspital des Innviertels, das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ried im Innkreis, sieht sich gezwungen, mehrere Ambulanzen zu schließen.

Das Ö1-Morgenjournal berichtete am Sonntag, dass am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ried im Innkreis Spezialambulanzen für neurologisch kranke Patienten nicht mehr aufrecht erhalten werden können, obwohl alle ärztlichen Dienstposten besetzt seien. Man benötige nämlich die Neurologen für den Akutbereich. Diese Situation sei auf den Ärztemangel und die Einhaltung des Ärztearbeitszeitgesetzes zurückzuführen.

Schlaganfallpatienten und Patienten mit Multipler Sklerose, Parkinson, Gedächtnisstörung oder Epilepsie müssen sich nun an niedergelassene Neurologen wenden, da jährlich rund 1.000 Kontrolltermine entfallen. Wer die Kontrolltermine der Spezialambulanzen wahrnehmen soll, ist noch offen, da im Bezirk Ried nur ein Neurologe über einen Kassenvertrag verfügt.

Die allgemeine neurologische Ambulanz stehe allen Patientinnen und Patienten bei Akutfällen in vollem Umfang zur Verfügung, erklärte die Sprecherin des Spitals am Montagnachmittag in einer Aussendung. Allerdings ziehe man aufgrund der verkürzten Wochenarbeitszeit für Ärzte dringende Fälle vor, wodurch sich bei nicht-akuten Fällen Wartezeiten ergeben können.

OÖGKK irritiert über Ambulanz-Schließung

Der Obmann der OÖ Gebietskrankenkasse, Albert Maringer, erklärte am Montag in einer Presseaussendung, dass die Leitung des
Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Ried die Krankenkasse nicht kontaktiert habe. Da Spezialambulanzen in der Regel an eine entsprechende bettenführenden Abteilung angeschlossen seien, werde bei der Versorgungsplanung von niedergelassenen Fachärzten auf die Planung in den Spitälern Rücksicht genommen. Damit könne man der OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer zufolge teure Doppelstrukturen vermeiden.

Auch wenn die OÖGKK durchaus bereit sei, an Leistungsverlagerungen mitzuwirken, komme es aber nicht infrage, sowohl Geld an das Spital, das die Leistungen nicht mehr erbringe, als auch an die niedergelassenen Ärzte fließen zu lassen.

Korrigendum vom 20. Jänner 2015: Die Spezialambulanzen im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ried im Innkreis wurden am Montagmittag wieder geöffnet. Das berichtete der “Kurier” am Abend online. Der Entscheidung sei demnach ein Gespräch zwischen LH Josef Pühringer und dem Spitalsträger vorangegangen.

Quelle: APA