Menü Logo medONLINE.at

Infektiöse Endokarditis: Frühe OP rettet Leben

Bei Patienten mit entzündeter Herzinnenhaut werden durch eine frühzeitige Diagnose und eine baldige Operation erfolgreichere Ergebnisse erzielt als durch die Verabreichung von Medikamenten.

„Haemophilus parainfluenzae Endocarditis PHIL 851 lores“ von http://phil.cdc.gov/PHIL_Images/02122002/00007/PHIL_851_lores.jpg. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Haemophilus_parainfluenzae_Endocarditis_PHIL_851_lores.jpg#mediaviewer/File:Haemophilus_parainfluenzae_Endocarditis_PHIL_851_lores.jpg

Im Fachmagazin Circulation wurde eine Zusammenfassung der ICE prospective cohort study veröffentlicht. Die prospektive Kohortenstudie der International Collaboration on Endocarditis (ICE) hatte ergeben, dass bei infektiöser Endokarditis eine frühe Operation größere Erfolgsaussichten birgt als eine alleinige medikamentöse Therapie. Raimund Erbel vom Universitätsklinikum Essen schrieb dazu ein Editorial.

Aufgrund von Komplikationen wie Herzinsuffizienz, paravalvulärer Abszessbildung, zentraler und peripherer Embolien sowie hämorrhagischen Schlaganfällen haben Patienten mit infektiöser Endokarditis, die meist von Bakterien ausgelöst wird, generell eine schlechte Prognose. Ohne Therapie verläuft die Erkrankung meist letal. Die entzündliche Endokarditis geht meist mit schwer zu lokalisierenden Entzündungen und unspezifischen Symptomen einher und wird deshalb meist sehr spät diagnostiziert. Therapiert wird die infektiöse Endokarditis dann zumeist mittels Antibiotika.

Die International Collaboration on Endocarditis untersuchte von 2008 bis 2012 anhand der Klinikdaten von 1.296 Patienten aus 29 Zentren in 16 Ländern, welche Therapie bei infektiöser Endokarditis am aussichtsreichsten ist. Ausgangspunkt war die Frage, weshalb sich der Krankheitsverlauf trotz modernster Diagnostikmethoden nicht optimieren lässt. Schließlich können bereits geringste Ablagerungen an den Herzklappen mittels bildgebender Verfahren dargestellt werden – und zwar lange, bevor die Klappe zerstört ist.

Die Untersuchung ergab, dass ein Viertel der Patienten, die eine klare Indikation zur OP hatten, ausschließlich medikamentös behandelt wurden. Erfolgte eine frühzeitige Operation, betrug die Mortalitätsrate während des Krankenhausaufenthaltes weniger als 15 Prozent, bei den Nichtoperierten lag der Wert dagegen bei 26 Prozent. Mehr als 80 Prozent der früh Operierten überlebten den Zeitraum von sechs Monaten nach der OP, während 31,4 Prozent der Nichtoperierten innerhalb des ersten Halbjahres verstarben.

[restrict allow_role=”administrator, editor, author, subscriber” message=”… Um weiterzulesen, müssen Sie sich einloggen. medONLINE.at steht exklusiv ÄrztInnen aus Österreich zur Verfügung.” /restrict]

Vivian H. Chu, Lawrence P. Park, Eugene Athan, Francois Delahaye, Tomas Freiberger, Cristiane Lamas, Jose M. Miro, Daniel W. Mudrick, Jacob Strahilevitz, Christophe Tribouilloy, Emanuele Durante-Mangoni, Juan M. Pericas, Nuria Fernández-Hidalgo, Francisco Nacinovich, Hussien Rizk, Vladimir Krajinovic, Efthymia Giannitsioti, John P. Hurley, Margaret M. Hannan, Andrew Wang for the International Collaboration on Endocarditis (ICE) Investigators
Association Between Surgical Indications, Operative Risk, and Clinical Outcome in Infective Endocarditis: A Prospective Study From the International Collaboration on Endocarditis
Circulation 2015; 131:131-140, published online before print December 5 2014, doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.114.012461

Raimund Erbel
The New Strategy in Infective Endocarditis: Early Surgery Based on Early Diagnosis
Are We Too Late When Early Surgery Is Best?
Circulation 2015; 131: 121-123, Published online before print December 5, 2014, doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.114.013872

Quelle: Universität Duisburg-Essen

[/restrict]