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Fall der Woche: Rückenschmerz nach dem Wäschwaschen

Illustration: Kim Novak

Frau L., eine junge Frau Ende 20, kommt früh in Ihre Ordination: „Ich kann mich seit gestern nicht mehr richtig bewegen. Ich wollte gerade Wäsche waschen und muss eine falsche Bewegung gemacht haben, auf einmal gab es einen Stich im Rücken mehr rechts als links, und seitdem kann ich mich kaum mehr rühren.“ Bei der weiteren Anamnese erfahren Sie, dass die junge Frau in der 20. SSW ist und eigentlich keine Schmerzmedikation möchte. Sie hat bereits versucht mit Wärme und Schwimmen die Beweglichkeit zu verbessern, was auch kurzzeitig geholfen hat, aber nachdem es in der Nacht eher schlechter als besser geworden ist, macht sie sich Sorgen, es könnte mehr dahinterstecken. Vorerkrankungen sowie Dauermedikation keine. Bei der klinischen Untersuchung zeigen sich keine neurolog. Auffälligkeiten, Lasegue neg., keine Sensibilitätsstörungen. Es ist der Patientin nicht möglich, auf dem rechten Bein zu stehen. Gibt es außer einer Schmerztherapie andere Möglichkeiten der Patientin zu helfen, und welche Untersuchungen führen Sie noch durch?  

„Eine segmentale Funktionsstörung und/oder eine muskuläre Verletzung“

ebenbichler.150

a.o. Univ.-Prof. Dr. Gerold Ebenbichler
Univ.-Klinik f. Physikalische Medizin & Rehabilitation, AKH Wien
Akute Schmerzsyndrome des Rückens und Kreuzes treten in der Schwangerschaft gehäuft auf und werden u.a. mit einer hormonell bedingten Zunahme der Gelenksmobilität erklärt. Der „stechende Schmerz“ im Rücken legt entweder eine segmentale Funktionsstörungen/Blockierung und/oder eine muskuläre Verletzung im Bereich des thorakolumbalen Übergangs nahe. Untersuchungen, welche die globale und segmentale Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule in diesem Bereich testen, identifizieren diese Störungen. Provokationstests in der Endrotation ermöglichen eine weitere Differenzierung zwischen primär arthrogener oder muskulärer Schmerzursache.

Muskelfunktionsund Palpationstests finden unter anderem die Psoasmuskulatur bei Störungen im thorakolumbalen Übergang meist (schmerzhaft) verspannt und verkürzt. Testungen der Sakroiliakalgelenke auf Verschiebung und Blockierung komplettieren die Untersuchung. Eine Positions- und Funktionsstörung des rechten Sakroiliakalgelenks könnte die Unmöglichkeit der Patientin auf dem rechten Bein zu stehen erklären. Die Befunde dieser Tests liefern wesentliche Informationen für die nicht medikamentöse Behandlung. Mit Mobilisationsund Manipulationstechniken, die nur durch einen manualmedizinisch ausgebildeten Arzt durchgeführt werden sollen, wird die Gelenksfunktion im thorakolumbalen Übergang und in den Sakroiliakalgelenken normalisiert und eine Beckenverwringung beseitigt.

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