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Die Einsamkeit im Wartezimmer

Foto: Bilderbox

INTERVIEW – Ihr jüngstes Buch heißt „Der einsame Mensch“1, MT sprach mit der Psychoanalytikerin und Juristin Prof. Dr. Rotraud A. Perner aber vor allem über den „einsamen Patienten“ und wie Ärzte damit umgehen können.

Oft wird vermutet, dass insbesondere ältere Menschen mehr aus Einsamkeit denn wegen gesundheitlicher Probleme z.B. den Hausarzt oder sogar eine Spitalsambulanz aufsuchen. Wie stehen Sie dazu?

Perner: Schon der Psychiater und Psychoanalytiker Dr. Michael Balint hat von der „Droge Arzt“ gesprochen – ich würde lieber vom „Heilmittel Arzt“ sprechen. Sich auf den Arzt- bzw. Spitalsbesuch vorzubereiten, sich entsprechend anzuziehen, zu überlegen, welche Beschwerden man vorbringen will – das alles nimmt mehrere Tage in Anspruch und gibt für diese Zeit Aufgabe und Sinn, und das verbessert die Allgemeinstimmung. Gerade wenn man „von außen“ – also durch Beruf, Partnerschaften, Kinder, Garten und Haustiere – keine Pflichten hat, die den Tag strukturieren, ist es wichtig, sich „von innen“ eine Struktur zu schaffen. Wenn man aber keine Energiezufuhr von außen erhält und nicht weiß, wie man sich innerlich auf ein höheres Energieniveau bringt, sind die Profis in Ordinationen und Kliniken Energiespender. Sie wirken quasi antidepressiv. Sie aktivieren. Und nachher hat man etwas zum Nachdenken oder Weitererzählen. Ich sehe also allein im Aufsuchen von Gesundheitseinrichtungen einen wesentlichen Beitrag zur „sozialen Gesundheit“. Wenn dann auch noch die körperliche und seelische Gesundheit gefördert wird – wunderbar.

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