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Diabetes-Risiko bei Frauen mit posttraumatischer Belastungsstörung

Frauen mit den meisten Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung scheinen im Vergleich zu jenen, die nicht traumatisiert sind, ein fast doppelt so hohes Risiko zu haben, an Typ 2-Diabetes mellitus zu erkranken.

Foto: BilderBox

Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) als Resultat potenziell traumatischer Ereignisse wurde in rezenten Studien mit Typ 2-Diabetes in Zusammenhang gebracht. Bislang war jedoch unklar, ob PTSD das Diabetes-Risiko erhöht oder vice versa. Es wurde auch in Erwägung gezogen, dass andere Faktoren den Zusammenhang beeinflussen.

Eine Forschergruppe um Andrea L. Roberts vom Department of Social and Behavioral Sciences an der Harvard School of Public Health in Boston, USA, führte mit Daten von 49.739 Frauen aus der Nurses’ Health Study II eine Längsschnittstudie durch, um den Zusammenhang zwischen PTBS-Symptomen und dem Auftreten von Typ 2-Diabetes über einen Follow-Up-Zeitraum von 22-Jahren zu analysieren. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden am 7. Jänner online im Fachmagazin JAMA Psychiatry veröffentlicht.

Während des Follow-up entwickelten 3.091 bzw. 6,2 Prozent der 49.739 Frauen Typ 2-Diabetes. Frauen mit PTSD-Symptome hatten eine höhere Diabetes-Inzidenz als jene, die keinem traumatischen Ereignis ausgesetzt waren. So kam es bei Frauen mit sechs oder sieben PTSD-Symptomen zu 4,6 Diabetes-Fällen pro 1.000 Personenjahre, bei jenen mit vier vor fünf Symptomen zu 3,9 Fällen, bei Probandinnen mit ein bis drei Symptomen zu 3,7 Fällen und bei Frauen mit einem Trauma zu 2,8 Fällen. Waren die Frauen keinem Trauma ausgesetzt, belief sich die Zahl auf 2,1 Fälle pro 1.000 Personenjahre.

Die Studienergebnisse induzieren, dass der mit PTSD assoziierte Gebrauch von Antidepressiva und ein höherer Body-Mass-Index auf fast die Hälfte des erhöhten Diabetes-Risikos bei traumatisierten Frauen entfielen. Innerhalb der Studienpopulation schienen Faktoren wie Rauchen, Ernährungsqualität, Alkoholkonsum und körperliche Aktivität das Risiko von Typ 2-Diabetes bei Frauen mit posttraumatischer Belastungsstörung nicht weiter zu erhöhen.

JAMA Psychiatry, Published online January 7, 2015, doi:10.1001/jamapsychiatry.2014.2632