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Demenz: Lebensstiländerungen verlangsamen kognitiven Verfall

Einer neuen Studie zufolge können einfache Lebensstiländerungen den kognitiven Verfall bei Menschen mit einem Demenzrisiko verlangsamen. Die Resultate seien ermutigend, so die Forscher.

Drei bekannte Neujahrsvorsätze erwiesen sich in einer Studie, die am Mittwoch im Fachmagazin The Lancet veröffentlicht wurde, als Gewohnheiten, die vor Morbus Alzheimer und anderen Formen einer Demenz schützen können: Gesündere Ernährung, mehr Bewegung und das Erlernen neuer Dinge.

Im Zuge des Finnish Geriatric Intervention Study to Prevent Cognitive Impairment and Disability (FINGER) Trial, einer doppelblinden, randomisierten, kontrollierten Studie, wurde 1.260 Probanden im Alter von 60 bis 77 Jahren aufgrund von unterdurchschnittlichen Werten bei kognitiven Tests und der Anwesenheit modifizierbarer Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hoher Cholesterinwerte, Übergewicht, Diabetes und Bewegungsmangel ein erhöhtes Demenzrisiko attestiert. Mehr als ein Drittel der Alzheimer-Fälle hängen vermutlich mit diesen und anderen Risikofaktoren wie Rauchen und Depressionen zusammen. 631 Teilnehmer wurden der Interventionsgruppe, 629 der Kontrollgruppe zugeteilt.

Die Forscher untersuchten einen vielschichtigen Ansatz, der Modifikationen hinsichtlich Ernährung, Bewegung, kognitivem Training und dem Management medizinischer Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Herzkrankheiten beinhaltet, um die Rate des kognitiven Verfalls bei Menschen mit einem Risiko für Morbus Alzheimer und Demenz zu verlangsamen.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren erhielten die Probanden der Interventionsgruppe von Ärzten, Krankenschwestern und anderen Fachkräften aus dem Gesundheitswesen eine Ernährungsberatung, sie nahmen an einem Trainingsprogramm teil, das Krafttraining und Aerobic-Übungen enthielt und absolvierten ein Computer-basiertes Gehirntraining, das verschiedene Aspekte der Hirnleistung wie die exekutive Funktion und die Verarbeitungsgeschwindigkeit trainierte. Darüber hinaus wurde die medizinische Versorgung der Teilnehmer hinsichtlich Hypertonie und hoher Cholesterinwerte optimiert.

Am Ende des zweijährigen Interventionszeitraums wurden bei sämtlichen Probanden die Gedächtnisleistung, die exekutive Funktion und die Verarbeitungsgeschwindigkeit gemessen. Die Teilnehmer der Interventionsgruppe erzielten um 25 Prozent bessere Ergebnisse als die Patienten der Kontrollgruppe. Die exekutiven Funktionswerte waren in der Interventionsgruppe um 83 Prozent, die Verarbeitungsgeschwindigkeit um 150 Prozent höher als in der Kontrollgruppe.

Nach Berechnungen der Forscher hatten die Probanden der Kontrollgruppe ein 1,3 mal höheres Risiko, bis zum Ende der Studie eine Demenz zu entwickeln als jene der Interventionsgruppe. Hinsichtlich der Gedächtnisleistung konnte zwischen den Gruppen kein Unterschied beobachtet werden.

 FINGER results: Lifestyle guidance prevents memory disorders from THL

 FINGER results: Lifestyle guidance prevents memory disorders from THL

 FINGER results: Lifestyle guidance prevents memory disorders from THL

 

Tiia Ngandu, Jenni Lehtisalo, Alina Solomon, Esko Levälahti, Satu Ahtiluoto, Riitta Antikainen, Lars Bäckman, Tuomo Hänninen, Antti Jula, Tiina Laatikainen, Jaana Lindström, Francesca Mangialasche, Teemu Paajanen, Satu Pajala, Markku Peltonen, Rainer Rauramaa, Anna Stigsdotter-Neely, Timo Strandberg, Jaakko Tuomilehto, Hilkka Soininen, Miia Kivipelto
A 2 year multidomain intervention of diet, exercise, cognitive training, and vascular risk monitoring versus control to prevent cognitive decline in at-risk elderly people (FINGER): a randomised controlled trial
The Lancet 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(15)60461-5

Quelle: FINGER – research project