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Wenn das Herz am Abend flimmert

Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammertachykardien treten zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten gehäuft auf. Das zeigt eine Studie der Universität München, die auf der 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) präsentiert wurde.

Im Rahmen einer am Klinikum der Universität München durchgeführten Studie wurden telemetrisch erfasste Daten von 1.534 implantierten Defibrillatoren untersucht. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass gegen 20:00 Uhr von körperlichen Aktivitäten unabhängiges Kammerflimmern häufiger auftrat als zu anderen Tageszeiten. Im Jahresverlauf zeigten sich sowohl für Kammerflimmern als auch für Kammertachykardien Häufungen im Frühjahr und Frühherbst.

Studienautor Dr. Eimo Martens geht davon aus, dass die Ursache für die Häufung von Herzrhythmusstörungen zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten die circadiane Rhythmik körpereigener Hormone oder die Pharmakokinetik bestimmter antiarrhythmischer Medikamente sein könnten. Saisonale Veränderungen der Witterung könnten – durch Infekthäufung – ebenfalls eine Rolle spielen.
Nun sollen weitere klinische Analysen folgen, um die ursächlichen Faktoren zu identifizieren, welche für die Schwankungen verantwortlich sind.

E. Martens, J. Siebermair, M. F. Sinner, R. Freeden, C. König, S. Kääb
Daytime and season as predictors for cardiac rhythm disturbances – a multicentre analysis
DGK Abstract V1208
Clin Res Cardiol 103, Suppl 1, April 2014, DOI 10.1007/s00392-014-1100-9

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

Kerstin Huber-Eibl

Veröffentlicht von

Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Schwerpunkt Gesundheitskommunikation. * 1996 Praktikum Zeitschrift "News" * 1998 Austria Presse Agentur * 1998/1999 Health Promotion Partners, Institut Gesundheit und Kommunikation * 1999/2000 Presseabteilung ÖGB * 2000 Manstein Medizin Medien * anschließend Medizin Online Service * seit 2006 Medizin Medien Austria