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Wenn die Blase drückt

Harndrang, BlaseIn der medikamentösen Therapie der ÜAB gibt es inzwischen gut belegte Daten für die Anwendung von Östrogen, Anticholinergika, aber auch von Botulinumtoxin. Letzteres stellt eine effektive Methode bei refraktärer Erkrankung dar, obwohl bislang nur eine begrenzte Zahl an kontrollierten Studien vorliegt.

Der Begriff ÜAB bezeichnet einen vermehrten Harndrang mit oder ohne Inkontinenz. Hauptsymptom ist ein plötzlicher Harndrang, der mit häufigen Miktionen während des Tages sowie in der Nacht einhergeht. Plötzlicher Harndrang begleitet mit unkontrolliertem Harnabgang wird als „ÜAB mit Inkontinenz“ bezeichnet. Die Ursachen sind unterschiedlich und reichen von neurologischen Erkrankungen bis hin zu Infektionen.
Eine ÜAB ohne erkennbare Ursache wird als „idiopathische ÜAB“ bezeichnet. Die Ätiologie ist komplex, verschiedene afferente und efferente Stoffwechselwege und eine Vielzahl von Neurotransmittern sind dabei involviert. Kürzlich publizierte Untersuchungen zeigen, dass das Urothel bzw. Suburothel einen wichtigen Faktor für die sensorische Funktion der Blase darstellt und bei Patienten mit ÜAB Veränderungen in der Rezeptorexpression vorliegen.

Konservative Therapie

In der Therapie der ÜAB wird im ersten Schritt durch Verhaltensmaßnahmen und Lebensstiländerung versucht, eine Milderung der Symptome zu erreichen. Gute Resultate können durch konservative Maßnahmen wie Miktionstraining, Reduktion der Flüssigkeitszufuhr sowie Reduktion von Kaffeekonsum sowie Alkohol- und Nikotinabusus erreicht werden. Dafür sprechen Daten von Hashim et al., die nachgewiesen haben, dass die Reduktion der Flüssigkeitszufuhr um 25 Prozent über einen Zeitraum von vier Tagen zu einem Rückgang von Miktionen (minus 2,2/Tag) und Drangepisoden (minus 1,3/Tag) führt. Ein vermehrter Koffeinkonsum steigert hingegen die Detrusorkontraktionen und verschlechtert somit die Drang- und Inkontinenzepisoden (Creigton 1990, Nygaard 2008).
Im Cochrane Systematic Review von Hay- Smith et al. (2006) wurden sechs Studien analysiert, in denen ein Beckenboden-Muskeltraining für die unterschiedlichen Inkontinenzproblematiken angewendet wurden. Dabei zeigte sich, dass eine Physiotherapie besser war als keine Therapie. Weiters war Plazebo und die Kombination von Physiotherapie mit anderen Therapieoptionen effektiver als Physiotherapie alleine. Jedoch fehlen Langzeitdaten sowie die spezifische Auswertung für die ÜAB.
Miktionstraining in Kombination mit anderen Therapien (Edukation, Oxibutinin) führt zur Verbesserung der Symptome der ÜAB (20 vs. 80 Prozent). Das zeigen Daten aus zwei Studien, die im Cochrane Review von Ostaskiewitz et al. analysiert wurden. Zusätzlich konnte in drei Studien (Cochrane Review von Wallace et al., 2004) nachgewiesen werden, dass ein Blasentraining wirkungsvoller war als kein Training. Beim Vergleich von Blasenmit Beckenboden-Muskeltraining und Biofeedback fand sich kein Unterschied. Elektrische Stimulation (mit nicht implantierten Elektroden) oder andere Physio- bzw. Beckenboden-Monotherapien wiesen günstigere Resultate auf als keine Therapie, Plazebo oder andere Monotherapien. Die 3rd International Consultation on Incontinence des International Scientific Committee empfiehlt ein Beckenboden- Muskeltraining als Therapie der ersten Wahl bei Stress- und Mischinkontinenz und ÜAB (Grad A Recommendation).

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