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Typ-2-Diabetiker profitieren von Insulinpumpen

Eine internationale Forschergruppe unter Beteiligung von Wiener Experten publizierte am 3. Juli im Fachmagazin “The Lancet” eine Studie, der zufolge auch Typ-2-Diabetiker, die auf eine künstliche Insulinzufuhr angewiesen sind, von einer Insulinpumpen-Therapie im Vergleich zu mehrfach täglichen Insulininjektionen profitieren.

Erstmals bewiesen: Insulinpumpe hilft auch Typ-2-Diabetikern.

Erstmals bewiesen: Insulinpumpe hilft auch Typ-2-Diabetikern.

Da viele Patienten mit fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes nicht die HbA1c-Werte erreichen, wurde im Rahmen der vom Medizintechnik-Unternehmen Medtronic finanzierten “OpT2mise”-Studie untersucht, ob die Anwendung von Insulin mit einer Pumpe entsprechend regelmäßiger Blutzuckermessungen eine bessere Blutzuckerkontrolle bringen könnte als mehrfache Insulininjektionen.

An dem internationalen wissenschftlichen Projekt war auch Univ.-Prof. Dr. Rudolf Prager vom Krankenhaus Hietzing beteiligt. In einer Aussendung erläutert Prager den Hintergrund der Studie: “Intensivierte Insulintherapieformen haben bis dato keine wesentlichen Vorteile gegenüber herkömmlichen Insulinregimen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes gezeigt. Umso überraschender ist es, dass es bei Patienten mit Typ-2-Diabetes im sehr fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung und hohem Insulinbedarf mithilfe der Insulinpumpentherapie im Vergleich zu einer intensivierten Therapie zu einer deutlichen HbA1c-Senkung bei gleichzeitig reduziertem Insulinbedarf kommt.”

An der internationalen Studie nahmen 331 Probanden zwischen 30 und 75 Jahren teil, von denen 168 eine Insulinpumpe und 163 tägliche Insulininjektionen erhielten. Die HbA1c-Werte lagen bei durchschnittlich neun Prozent. Die Studie ergab, dass die Anwender der Insulinpumpen eine Senkung des mittleren HbA1c-Werts um 1,1 Prozent erreichten, die Empfänger der Injektionen lediglich 0,4 Prozent. 55 Prozent der Teilnehmer der Pumpentherapie-Gruppe erreichten einen HbA1c-Pegel von maximal acht Prozent, diesen Wert erzielten allerdings nur 28 Prozent der Teilnehmer der Injektions-Gruppe. Zudem benötigten die Patienten in der Insulinpumpen-Gruppe eine um mehr als 20 Prozent geringere Gesamttagesdosis Insulin.

Die Verbesserung der Blutzuckereinstellung per MiniMed-Insulinpumpe wurde ohne Ketoazidosen und Episoden schwerer Hypoglykämie erreicht. Hinsichtlich der Gewichtszunahme bestanden keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Yves Reznik, Ohad Cohen, Ronnie Aronson, Ignacio Conget, Sarah Runzis, Javier Castaneda, Scott W Lee, for the OpT2mise Study Group
Insulin pump treatment compared with multiple daily injections for treatment of type 2 diabetes (OpT2mise): a randomised open-label controlled trial
The Lancet, Early Online Publication, 3 July 2014, doi:10.1016/S0140-6736(14)61037-0

Clinical trials: OpT2mise Glucose Control in Type 2 Diabetes Mellitus (DM) With Insulin Pump Therapy

Quelle: APA