Menü Logo medONLINE.at

Struppiger Mist-Tintling hat antibiotische Wirkung

In einem Pilz, der auf Pferdedung wächst, wurde ein neues, peptid-basiertes, antibiotisch wirkendes Protein entdeckt.

Mykologen isolierten das antibiotisch wirkende Copsin aus dem Struppigen Mist-Tintling, der im Pferdedung wächst.

Mykologen isolierten das antibiotisch wirkende Copsin
aus dem Struppigen Mist-Tintling, der im Pferdedung wächst.

Wissenschaftler der Universität Bonn und der Eidgenössischen Technische Hochschule Zürich entdeckten in Pferdemist das Protein Copsin, das wie klassische Antibiotika wirkt, jedoch einer anderen biochemischen Stoffklasse angehört. Während es sich bei klassischen Antibiotika um organische Verbindungen handelt, ist Copsin ist ein Defensin, ein kleines Protei, das Lebewesen zur Abwehr krankmachenden Mikroorganismen erzeugen. Auch beim Menschen wurden beispielsweise auf der Haut oder in Schleimhäuten Defensine nachgewiesen.

 

Die dreidimensionale Struktur zeigt die kompakte Form des Proteins Copsin.

Die dreidimensionale Struktur
zeigt die kompakte Form des Proteins Copsin.

Der Wirkstoff wurde in dem im Labor gemeinsam mit verschiedenen Bakterienarten kultivierten Pilz Coprinopsis cinerea (Struppiger Mist-Tintling) gefunden, der auf Pferdedung wächst. Dabei wurde entdeckt, dass der Tintling durch das produzierte Copsin einige Arten abtöten kann. Die entsprechnde Arbeit wurde im Fachmagazin “Journal of Biological Chemistry” publiziert.

[restrict allow_role=”administrator, editor, author, subscriber” message=”… Um weiterzulesen, müssen Sie sich einloggen. medONLINE.at steht exklusiv ÄrztInnen aus Österreich zur Verfügung”]

Der Mykologe Markus Aebi, unter dessen Ägide die Forschungsarbeit durchgeführt wurde, meint in einer Aussenung der ETH Zürich, dass es sich erst zeigen werde, ob Copsin dereinst als Antibiotikum in der Medizin eingesetzt werden könne. Ausschließen könne er es jedenfalls nicht. “Pilze haben eine interne Gebrauchsanleitung, wie man diese Stoffe einsetzen muss, ohne dass resistente Bakterien selektioniert werden. Diese Anleitung zu entschlüsseln, ist eine spannende Frage der Grundlagenforschung”, so Aebi.

Essig A, Hofmann D, Münch D, Gayathri S, Künzler M, Kallio PT, Sahl HG, Wider G, Schneider T, Aebi M
Copsin, a novel peptide-based fungal antibiotic interfering with the peptidoglycan synthesis
Journal of Biological Chemistry, First Published on October 23, 2014, doi: 10.1074/jbc.M114.599878

Quelle: ETH Zürich

[/restrict]