Menü Logo medONLINE.at

Rasche Prostatakrebs-Diagnose

Ein neuartiges Gerät zur Zelldiagnostik ermöglicht Ärzten mit Hilfe der Auto-Fluoreszenz menschlichen Gewebes und eines speziell für die bestimmte Geweberegion entwickelten Schwellenwert-Algorithmus in wenigen Minuten die direkte Auswertung entnommener Biopsien von Patienten. Die Auswertung erfolgt automatisch und zeigt über ein rotes oder grünes Lämpchen an, ob die entnommene Probe krank oder gesund ist. Derzeit durchläuft das Gerät die dritte klinische Studie zur Anwendung an der Prostata.

Auf der Messe COMPAMED, die von 12. bis 14. November in Düsseldorf stattfindet, stellen deutsche Forscher einen Prototyp eines Diagnosegeräts vor, mit dem sich anhand einer optischen Analyse innerhalb von eineinhalb Minuten zuverlässig sagen lässt, ob es sich bei einer Gewebeprobe um ein Prostatakarzinom handelt.

© Fraunhofer IKTS

Mit dem optischen Diagnosegerät, das von Forschern am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden entwickelt wurde, können Ärzte Prostatakrebs schnell und sicher diagnostizieren.

Dazu müssen Mediziner Gewebeproben auf ein Unterlageplättchen legen, dieses in das Gerät schieben und einen Knopf drücken. Innerhalb von eineinhalb Minuten liegt eine zuverlässige Aussage vor, ob das Gewebe in der Probe gut- oder bösartig verändert ist. Derzeit läuft die dritte Studie mit dem 53 mal 60 mal 43 Zentimeter großen Prototypen.

Zuverlässigkeit der Untersuchung

Die Analysen basieren auf der Auto-Fluoreszenz, die humanes Gewebe abgibt. Wird Gewebe in das Gerät gelegt und die Messung gestartet, strahlt ein dosierter Laserpuls auf die Probe und regt die Fluorophore an. Die fluoreszierenden Moleküle im Gewebe geben durch diesen Laserpuls ihrerseits Licht ab. Wie diese Fluoreszenzstrahlung abnimmt, unterscheidet sich bei benignem oder malign verändertem Gewebe.

Dabei konnten die Wissenschaftler einen klaren Schwellwert für dieses unterschiedliche Verhalten bestimmen: Überschreitet der Wert der Gewebeprobe den Schwellwert, handelt es sich um ein Karzinom. Das Gerät zeigt in Form von Ampelfarben an, ob die entnommene Probe Krebsgewebe enthält.

[restrict allow_role=”administrator, editor, author, subscriber” message=”… Um weiterzulesen, müssen Sie sich einloggen. medONLINE.at steht exklusiv ÄrztInnen aus Österreich zur Verfügung”]

Die Software zeigt an, dass das Gewebe karzinomfrei ist.

Die Software zeigt an, dass das Gewebe karzinomfrei ist.

Schwellwert gilt nur für Gewebe der Prostata

Da jede Gewebeart einen fixen, aber von Gewebe zu Gewebe unterschiedlichen Schwellwert hat, müssen die Forscher nun noch die Schwellwerte für andere Gewebearten bestimmen und diese in die Auswertesoftware des Geräts integrieren. Dann können mit dem Gerät verschiedene Proben untersucht werden.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft

 

[/restrict]