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Präventions-Charta der AUVA

WIEN – Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) hat einen Zwischenstand ihrer „Präventionslandkarte Österreich“ präsentiert: Seit Beginn der Erfassung im November 2013 sind fast 400 Projekte eingemeldet worden.

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Die Präventions-Charta und Präventionslandkarte Österreichsind eine Initiative der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und wurden im Sommer 2013 bei den Gesundheitsgesprächen in Alpbach ins Leben gerufen. Ziel ist die Erfassung aller österreichischen Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen. „Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz im Gesundheitswesen und einer gemeinsamen Gesamtstrategie in der Prävention und Gesundheitsförderung“, sagte AUVA-Obfrau KommR Renate Römer im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der der Zwischenstand präsentiert wurde. Die Sammlung der Projekte hat im November begonnen und wird noch bis zum Sommer weiterlaufen (www.praeventions-charta. at): „Dann haben wir einen guten Überblick, wo überall im Land Prävention gemacht wird“, so KommR Römer.

„Basis für die weitere Vorgehensweise“

Im Rahmen der Gesundheitsgespräche von Alpbach 2014 soll eine vorläufige Endversion der Präventionslandkarte präsentiert werden. Dort sollen auch Best- Practice-Beispiele definiert werden. „Die Ist-Stand-Analyse, die wir jetzt durchführen, ist die Basis für eine weitere Vorgehensweise“, erklärte AUVA-Generaldirektor Dipl.-Ing. Peter Vavken. Das Projekt sei einmalig im deutschen Sprachraum.

Beitrag zur Gesundheitsreform

„Die Präventionslandkarte wird in weiterer Folge als wichtiger Beitrag zur Gesundheitsreform dem Gesundheitsministerium zur Verfügung gestellt“, so Dipl.-Ing. Vavken. Ein wesentlicher Aspekt der Präventionslandkarte Österreich sei die Evaluierung der Projekte, betonte Dipl.-Ing. Vavken. Denn es gehe auch darum sicherzustellen, dass in Prävention investiertes Geld in zielführender Weise verwendet wird. Bislang sind 389 Projekte eingemeldet worden. 156 davon sind über das gesamte Bundesgebiet gespannt. Von jenen Projekten, die in nur in bestimmten Bundesländern durchgeführt werden, gibt es bisher die meisten für Wien (59), gefolgt von Vorarlberg (41), Salzburg (38) und Tirol (30). Am wenigsten Projekte wurden bis dato für das Burgenland (4) und Kärnten (9) eingemeldet. Niederösterreich (20), Steiermark (18) und Oberösterreich (14) liegen im Mittelfeld.

Für die Präventionslandkarte war auch eine Abstimmung und gemeinsame Definition des Präventionsbegriffes erforderlich. Die Projekte verteilen sich auf die Kategorien Gesundheitsförderung, Primär-Prävention, Sekundär- Prävention und Tertiär-Prävention, wobei es immerhin 163 Cross-over-Projekte gibt, welche zwei, drei oder sogar allen vier Kategorien zugeordnet werden. Der größte Teil der Projekte (294) erfüllt die Voraussetzungen von Primär- Prävention, 201 sind Gesundheitsförderung. 71 Projekte können dem Bereich „Sekundär- Prävention“ zugeordnet werden, 26 sind „Tertiär-Prävention“. Thematisch beschäftigen sich die meisten der bisher eingemeldeten Projekte mit dem „Arbeitsleben“ (95), dicht gefolgt von „Wissensvermittlung“ (94). Weitere Themenbereiche sind Bewegung (75), Verkehr (43), Untersuchung (30). Das Thema „Gesundheit“ kommt mit 23 Projekten erst an 6. Stelle, gefolgt von „Sucht“ (13), „Ernährung“ (9) und „Pflege“ (7).

Von einem „Meilenstein in der Präventionsarbeit für Österreich“ sprach Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), welches die Erstellung der Präventionslandkarte aktiv unterstützt und auch bereits zahlreiche Projekte eingemeldet hat. Prävention sei ein integrativer Prozess, durch eine Abstimmung der Aktivitäten könne ein „deutlicher Mehrwert“ erreicht werden, so Dr. Thann: „Die Präventionslandkarte hilft, unsere Kräfte zu bündeln, um Präventionsarbeit in Zukunft noch effizienter zu gestalten. Denn der Schlüssel zu mehr Gesundheit in Österreich liegt in der zielgerichteten Prävention.“

Öffentlichkeitswirksam

Der KfV-Direktor erhofft sich von der Präventionslandkarte auch eine stärkere Verankerung von Prävention in der österreichischen Öffentlichkeit: „Prävention liegt im allgemeinen öffentlichen Interesse. Doch man findet den Begriff in keiner Vorschrift, in keinem Gesetz und nicht in der Verfassung. Wir bekennen uns zum umfassenden Umweltschutz, zur Raumfahrt, aber nicht zur Prävention. Auch deshalb ist die Präventionslandkarte so wichtig.“

Pressekonferenz „Präventionslandkarte Österreich – erster Zwischenbericht“; Wien, März 2014

Projekte melden können Sie unter: www.praeventions-charta.at Bereits gemeldete Projekte finden Sie auf: http://www.praeventions-charta.at/pdf/AUVA_Praeventionslandkarte_Projektliste_20140311.pdf