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Pflegeserie: Pflege zum Nachahmen

Pflege, lernenDank einer bislang einzigartigen Initiative in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung haben Schüler der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Kirchdorf (OÖ) schon in den ersten Ausbildungswochen die Chance, ihr späteres Aufgabengebiet ganz praktisch kennenzulernen. Schüler, Lehrer und auch die Patienten schätzen diese Form des Erfahrungslernens.

Üblicherweise verbringen Schüler der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung das erste Jahr ihrer dreijährigen Ausbildung ausschließlich im Lehrsaal. Erst danach kommen sie im Rahmen der Praktika mit Patienten in Kontakt. Seit März 2012 versuchen die Lehrer an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Kirchdorf jedoch, die Kluft zwischen Theorie und Praxis mithilfe einer „bewussten Transferkultur“ rascher und schon viel früher zu überbrücken. Schon im ersten Ausbildungsjahr wird im Rahmen sogenannter „Gesundheits- und Krankenpflegetage (GuK-Tage)“ das Erfahrungslernen forciert. „Wir stützen uns dabei auf pädagogische Konzepte, die eigentlich schon eine lange Tradition haben“, erklärt DGKS Kerstin Ramsebner, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege in Kirchdorf. „Zudem haben wir vor Einführung der „GuK-Tage“ von unseren Schülern sehr häufig die Rückmeldung bekommen, dass viele Tätigkeiten in der Praxis an den Stationen anders ablaufen, als sie es sich anhand der theoretischen Grundlagen vorgestellt hatten. In der Pflege gibt es zudem für ähnliche Anforderungen verschiedene Modelle oder Techniken – nach dem Motto viele Wege führen zum Ziel.“ Ramsebner erläutert die in der Ausbildung oft geortete Schere zwischen Theorie und Praxis am Beispiel eines Patienten mit Atemnot: „Situationsbedingt müssen Pflegende schon bei der Lagerung sehr individuell vorgehen, und nur anhand des theoretischen Unterrichts fällt es den Schülern oft schwer, eine konkrete Vorstellung von den verschiedenen Möglichkeiten zu bekommen.“

Beobachten, reflektieren, lernen

An den „GuK-Tagen“ kommen die Schüler bereits in den ersten Ausbildungswochen in Kleingruppen auf die Stationen des Spitals, wo ihnen praktische Sequenzen zu ausgewählten Themen gezeigt werden. „Mit ihren Beobachtungen kommen die Auszubildenden dann in den theoretischen Unterricht zurück, sie reflektieren und analysieren ihre Erfahrungen und erarbeiten sich den theoretischen Hintergrund dazu. Damit verstehen sie auch besser, warum manche Techniken an der Schule auf eine Weise unterrichtet, an der Station jedoch auf eine andere Weise praktisch durchgeführt werden“, sagt Ramsebner.
Eine wichtige Voraussetzung für das Funktionieren dieses Modells ist die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Krankenhaus. „Die Praxisanleiter auf den Stationen werden von uns jeweils über den Themenwunsch vorinformiert und können die Sequenzen entsprechend vorbereiten“, so Ramsebner. Demonstriert wird an und mit Patienten, die zuvor ihre Einwilligung gegeben haben. „Ein Nein wird natürlich akzeptiert, doch die bisherige Erfahrung zeigt uns, dass die meisten Patienten sehr gerne einen Beitrag leisten wollen.“ Ethische Grenzen werden berücksichtigt, Intensivpatienten oder Pflegehandlungen im Intimbereich sind von den praktischen Demonstrationen ausgenommen. „Auch die Mundpflege ist ein sehr sensibler Bereich, sodass wir auch dieses Thema aussparen.“

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