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Auch heute noch: Nicht auf die Syphilis vergessen

Mit der Einführung von Penicillin in den 1940er Jahren glaubte man die Syphilis besiegt. Tatsächlich gingen Inzidenz und Prävalenz in den folgenden Jahren weit zurück. Syphilis wurde noch vor wenigen Jahren als historisches Problem betrachtet. Das war verfrüht. Denn gegenwärtig sind weltweit wieder 36 Million Menschen mit Treponema pallidum subspecies pallidum infiziert. Ein besonderes Problem im Umgang mit Syphilis (sowie mit HIV) stellen die late presenters dar. Dabei handelt es sich in der Regel um heterosexuelle Männer, die erst spät im Verlauf der Erkrankung diagnostiziert werden. Dies hat nicht zuletzt damit zu tun, dass das Bewusstsein für die Möglichkeit einer Infektion heute vergleichsweise gering ist.

Viele Primärinfekte bleiben unerkannt

Während homosexuelle Männer eher über Ansteckungsrisiken und Symptome informiert sind und bei Verdacht einen Arzt aufsuchen, ignorieren Heterosexuelle die Anzeichen einer Syphilis-Infektion. Dieses Problem wird noch dadurch verstärkt, dass der Primäraffekt nach vier bis sechs Wochen, also in der Regel noch vor dem Auftreten erster Allgemeinsymptome (Sekundärstadium) von alleine verschwindet. Auch kann sich, je nach den sexuellen Praktiken, der Primäraffekt auch an schwer einsehbaren Lokalisationen, wie z.B. im Enddarm oder im Rachen, befinden. Gerade im Mund- und Rachenbereich kommt es leicht zu Infektionen mit Treponema pallidum, während die Übertragungen anderer Geschlechtskrankheiten auf diesem Weg möglich aber eher selten ist.

Am Rande des diesjährigen Kongresses der Europäischen Infektiologengesellschaft ESCMID (ECCMID 2014) sprachen wir mit dem Mailänder Dermatologen Dr. Mario Cusini über das Problem später Lues-Diagnosen.

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