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Malignes Pleuramesotheliom: Wiener testen experimentelle Therapie

Mit der Hemmung des Fribroblasten-Wachstumsfaktors konnten Wissenschaftler der MedUni Wien die Wirkung einer experimentellen Therapie gegen den asbestbedingten Rippenfellkrebs belegen.

Foto: MedUni Wien

Ein interdisziplinäres Forschungslabor
am Comprehensive Cancer Center der MedUni Wien
und des AKH Wien erforscht die oft durch Asbest
verursachten Rippenfellkrebserkrankungen.

Das maligne Pleuramesotheliom ist eine aggressive Krebserkrankung, die durch eine häufige Resistenz gegen Chemo- und Strahlentherapie, schlechte Ergebnisse und begrenzte Therapiemöglichkeiten gekennzeichnet ist. Fibroblasten-Wachstumsfaktoren (FGF) und deren Rezeptoren sind mögliche Ziele für die Krebstherapie, deren Bedeutung beim Mesotheliom ist jedoch weitgehend ungeklärt.

Eine der Hauptursachen für das Entstehen des malignen Pleuramesothelioms ist Asbest. Durch die lange Inkubationszeit der Krankheit treten jetzt erst Schäden zu Tage, die vor 20 bis 30 Jahren entstanden sind. Eine seriöse Studie prognostiziert, dass bis 2029 in Europa 250.000 Menschen an Rippenfellkrebs sterben werden.

Alireza Hoda von der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie und Karin Schelch vom Institut für Krebsforschung der Wiener Universitätsklinik zeigten nun die Wirkung einer experimentellen Therapie gegen das maligne Pleuramesotheliom. Es handelt sich dabei um die Hemmung des Fribroblasten-Wachstumsfaktors (FGF).

In ihrer jüngsten Arbeit, die im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine publiziert wurde, beschrieben sie, wie sie die entscheidende Rolle von FGF-Rezeptoren beim Pleuramesotheliom nachweisen konnten. Sie wiesen im Tumorgewebe eine Überexpression des FGF-Rezeptors FGFR1 und der Liganden FGF2 und FGF18 nach und belegten, dass die Stimulierung mit FGF2 zu erhöhtem Zellwachstum sowie einer Steigerung der Zellmigration und -invasion führt. Bei der Blockade von FGFR1 komme es jedoch zu einer deutlichen Reduktion der Überlebensdauer und Migrationsfähigkeit der Tumorzellen. Vergleichbare Ergebnisse wurden mit einer Alternativ-Strategie, der Expression eines dominant-negativen FGFR1 in den Tumorzellen, erzielt.

Auch im Mausmodell wurde mit dem Inhibitor und dem dominant-negativen FGFR1 signifikant weniger Tumorwachstum beobachtet. Wurde bei der Behandlung der Tumorzellen die Hemmung von FGFR1 mit einer Chemotherapie (Wirkstoff Cisplatin) oder mit Bestrahlung kombiniert, kam es sogar zu einer Verstärkung der einzelnen Behandlungseffekte.

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>> Comprehensive Cancer Center

Karin Schelch, Mir A. Hoda, Thomas Klikovits, Julia Münzker, Bahil Ghanim, Christina Wagner,Tamas Garay, Viktoria Laszlo, Ulrike Setinek, Balazs Dome, Martin Filipits, Christine Pirker, Petra Heffeter, Edgar Selzer, Jozsef Tovari, Szilvia Torok, Istvan Kenessey, Klaus Holzmann, Bettina Grasl-Kraupp, Brigitte Marian, Walter Klepetko, Walter Berger, Balazs Hegedus, Michael Grusch
Fibroblast Growth Factor Receptor Inhibition Is Active against Mesothelioma and Synergizes with Radio- and Chemotherapy
American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2014 Oct 1;190(7):763-72, doi: 10.1164/rccm.201404-0658OC

Quelle: MedUni Wien, APA

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