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Lohnt sich Teleophthalmologie bei altersbedingter Makuladegeneration?

Teleophthalmologie führt beim Screening auf altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zu keiner relevanten Verzögerung der Therapie.

Bei älteren Erwachsenen ist die AMD eine häufige Ursache von Sehstörungen. Mit Teleophthalmologie können die Zahl der Patientenbesuche und die damit entstehenden Kosten erheblich reduziert werden. Die Methode wird vor allem bei Patienten mit diabetischer Retinopathie angewandt.

Bild: Jason Ruck, licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0-2.5-2.0-1.0 via Wikimedia Commons

Bild: Jason Ruck, licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0-2.5-2.0-1.0 via Wikimedia Commons

Eine online im Fachmagazin “Jama Ophthalmology” publizierte Studie versuchte zu erheben, ob die Untersuchungsmethode beim Management der neovaskulären, altersbedingten Makuladegeneration (AMD) zielführend ist. Insgesamt wurden 106 Überweisungen wegen des Verdachts der neovaskulären AMD und 63 Überweisungen wegen stabiler, neovaskulärer AMD untersucht. Die Patienten wurden in eine Routine-Gruppe und in eine Teleophthalmologie-Gruppen randomisiert.

Die prospektive, randomisierte, klinische Studie kanadischer Forscher ergab, dass es bei Patienten, die mittels Teleophthalmologie auf AMD gescreent wurden, zu keiner relevanten Verzögerung zwischen dem Zeitpunkt der Überweisung und der Behandlung kam. Wurde die Teleophthalmologie hingegen eingesetzt, um eine AMD zu monitorisieren und damit ein Wiederauftreten rechtzeitig zu erkennen, kam es durchschnittlich zu einer längeren Wartezeit, bis eine Therapie erfolgte. Dies resultierte jedoch nicht in schlechteren visuellen Outcomes.

Konkret betrug der durchschnittliche Zeitraum bis zu einer Überweisung zur diagnostischen Bildgebungszeit 22,5 Tage bei der Teleophthalmologie-Gruppe und 18 Tage bei der Routine-Gruppe. Durchschnittlich vergingen zwischen der diagnostischen Bildgebung und dem Beginn einer Therapie bei der Teleophthalmologie-Gruppe 16,4 Tage und 11,6 Tage bei der Kontrollgruppe. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant.

Bei der Überwachung von AMD-Patienten, die auf ein Wiederauftreten der Erkrankung gescreent wurden, war die durchschnittliche Zeit bis zum Beginn der Behandlung bei der Routine-Gruppe wesentlich kürzer (0,04 Tage) im Vergleich zu 13,6 Tagen bei der Teleophthalmologie-Gruppe. Die fast zweiwöchige durchschnittliche Wartezeit führte hinsichtlich des Gesichtsfelds jedoch zu keinen schlechteren Outcomes.

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Bo Li, Anne-Marie Powell, Philip L. Hooper, Thomas G. Sheidow
Prospective Evaluation of Teleophthalmology in Screening and Recurrence Monitoring of Neovascular Age-Related Macular Degeneration.
A Randomized Clinical Trial
Jama Ophthalmology, Published online December 04, 2014, doi:10.1001/jamaophthalmol.2014.5014

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