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Larynxkarzinom durch polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe

Die berufliche Exposition gegenüber polyzyklischen, aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH), die bei unvollständigen Verbrennungen entstehen, führt zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko. Ein systematisches Review mit anschließender Metaanalyse untersuchte nun den Zusammenhang zwischen beruflichen PAH-Expositionen und dem Entstehen von Larynxkarzinomen. Dabei zeigte sich ein robuster Zusammenhang zwischen beruflicher PAH-Exposition und der Diagnose eines Kehlkopfkarzinoms.

Foto: Wikimedia Commons

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin zeigt in ihrer neuen
Studie einen kausalen Zusammenhang
zwischen der beruflichen Exposition mit PAK
und der Entstehung von Kehlkopfkrebs.

Das Larynxkarzinom betrifft vorwiegend Männer ab 50 Jahren. Neben einem starken Tabak- und Alkoholkonsum werden auch berufliche Expositionen mit verschiedenen Schadstoffen (z. B. Asbeststaub) als Ursachen dieser malignen Ekrankung verstanden. Auch eine berufliche Exposition mit PAHs wird immer wieder diskutiert. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe entstehen bei unvollständigen Verbrennungen bzw. Schwelungsprozessen.

Benzo[a]pyren ist ein sehr bekanntes und gut charakterisiertes PAH, welches häufig als Marker für eine berufliche PAH-Exposition herangezogen wird. Ein erhöhtes Risiko für Lungenkarzinome durch eine berufliche PAH-Exposition konnte in einer Vielzahl epidemiologischer Studien u.a. in der Kokerei-Industrie, bei der Herstellung von Generatorgas und Aluminium sowie bei Straßenbauern, Dachdeckern und Rauchfangkehrern gezeigt werden.

In der Vergangenheit wurden bereits zahlreiche Studien durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen der berufsbedingten PAH-Belastung und der Entwicklung von Larynxkarzinomen untersuchten. In einem systematischen Review wurde dieser Zusammenhang nun umfassend untersucht. Eine breit angelegte systematische Literaturrecherche fasste die gesamte für die Fragestellung, ob in epidemiologischen Studien ein Zusammenhang zwischen beruflichen PAH-Expositionen und Larynxkarzinomen besteht, relevante Literatur zusammenzufassen.

Im Ergebnis der qualitativen Zusammenfassung der Evidenz aus 88 Veröffentlichungen konnten die Forscher einen positiven Zusammenhang zwischen der beruflichen PAH-Exposition und dem Larynxkarzinom-Erkrankungsrisiko feststellen. Die Zusammenfassung der Studien in einer Metaanalyse ergab einen gepoolten Risikoschätzer von 1,41 für Kehlkopfkarzinome, entsprechend einer etwa 40%igen Risikoerhöhung für beruflich PAH-Exponierte.

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Mandy Wagner, Ulrich Bolm-Audorff, Janice Hegewald, Alba Fishta, Jochen Schmitt, Andreas Seidler
Berufliche Exposition mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und Larynxkarzinom – ein systematischer Review
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2014. 164 Seiten, Projektnummer: F 2274

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

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