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Medizintechnik: Allergisch auf Implantate

Implantat, KnieGibt es implantatassoziierte Allergien? Ein Symposium am Wiener Orthopädischen Spital Gersthof versuchte kürzlich diese Frage zu erhellen, über die sich die Fachwelt uneins ist.

Heftige Schmerzen bis hin zur Auflösung des Knochens: Prim. Univ.- Prof. Dr. Peter Ritschl, Direktor des Orthopädischen Spitals Gersthof, erinnert sich noch gut an eine seiner ersten Patientinnen, bei der nach einer Fraktur die gebrochenen Knochen mit einer Stahlplatte fixiert wurden. Abhilfe schuf erst der Austausch des Implantats durch eine Platte aus einem anderen Material: Die Patientin war schlagartig schmerzfrei, und die Knochen wuchsen problemlos zusammen. „Ursache der Schmerzen und der Knochenauflösung war eine implantatassoziierte Allergie“, ist Ritschl überzeugt: „Solche Fälle treten immer wieder auf.“
Doch dieser Überzeugung fehlt die wissenschaftliche Evidenz: Die Existenz implantatassoziierter Allergien ist nämlich keineswegs gesichert. „Es gibt in solchen Fällen definitiv eine zelluläre Reaktion, die man auch nachweisen kann. Es ist aber offen, ob man diese als Allergie bezeichnen kann“, sagt Dr. Nicolas Haffner, Assistenzarzt am Orthopädischen Spital Gersthof.

Mythos oder Wahrheit

Um die strittige Frage zu entscheiden, fand kürzlich unter Organisation des Orthopädischen Spitals Gersthof das Symposium „Implantatassoziierte Allergie – Mythos oder Wahrheit?“ statt. Bei dieser ersten deutschsprachigen Tagung zum Thema Implantatallergie kamen Orthopäden, Immunologen, Dermatologen, Pathologen, Infektiologen, Labormediziner, Toxikologen und Materialwissenschaftler zum wissenschaftlichen Austausch zusammen. „Natürlich wurde keine endgültige Klarheit geschaffen, aber es waren erstmals unterschiedliche Fachdisziplinen an einem Tisch zu diesem Thema“, resümiert Haffner.
Metallallergien kommen bei etwa siebzehn Prozent der Bevölkerung vor (Nickel 13,1 Prozent; Kobalt drei Prozent, Chrom ein Prozent).1 Weil diese Metalle in vielen Implantaten enthalten sind, liegt die Vermutung nahe, dass klinische Symptome wie Urtikaria und Ekzeme, aber auch allgemeine Symptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit und vor allem Schmerzen, die in zeitlicher Folge einer Implantation auftreten, auf eine Metallallergie zurückgehen. Demnach verbinden sich freie Metallionen, die von der Prothese durch Mikrobewegungen freigesetzt werden, mit Proteinen und lösen so eine Immunreaktion aus. Betroffen sind orthopädische Implantate, vor allem am Knie, unfallchirurgische Schrauben und Platten, aber auch Herzschrittmacher.

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