Menü Logo medONLINE.at

Hodenhochstand

EierDie Ursachen für die zunehmende Beeinträchtigung der Fertilität erwachsener Männer sind sicherlich multifaktoriell, aber der Hodenhochstand und seine oft nicht zeitgerechte Behandlung haben hier einen entsprechenden Stellenwert. Nicht außer Acht gelassen werden darf auch das erhöhte Risiko eines Hodentumors bei Hodenhochstand.

Der nicht im Skrotum befindliche Hoden ist einer der häufigsten Befunde bei neugeborenen Knaben und betrifft in etwa drei bis vier Prozent aller männlichen Termingeborenen. Bei einjährigen Knaben liegt die Inzidenz dieser relativ häufigen kongenitalen Anomalie des kindlichen Genitaltraktes bei einem Prozent. Die im Praxisalltag gebräuchlichste und sinnvollste Nomenklatur bezieht sich auf die Existenz und die mögliche Lokalisation des Hodens mit direktem Einfluss auf das klinische Management und unterscheidet schlicht zwischen tastbarem und nicht tastbarem Hoden.
Ein retraktiler Hoden benötigt keine direkte Therapie außer Observation, da er möglicherweise aszendieren kann. Retraktile Hoden haben den Deszensus zwar abgeschlossen, können aber bedingt durch den Cremaster-Reflex in der Leiste lokalisiert sein.
In Fällen bilateraler nicht palpabler Hoden und des geringsten Verdachtes auf irgendeine Störung der sexuellen Differenzierung, wie etwa eine Hypospadie (angeborene Entwicklungsstörung der Urethra), ist umgehend eine endokrinologische und genetische Evaluierung unerlässlich.

Diagnostik

Die klinische Untersuchung ist die einzige Methode, die eine Differenzierung in tastbaren und nicht tastbaren Hoden zulässt. Sonografie, CT, MRI und/oder gar Angiografie mögen vielleicht akademisch interessant sein, haben aber keinen evidenzbasierten Vorteil. Diese einfache Untersuchung erlaubt eine visuelle Bestandsaufnahme des skrotalen Situs und beinhaltet eine Untersuchung des Kindes sowohl in liegender Position als auch im Schneidersitz, um den Cremaster-Reflex auszuschalten. Die Leistenregion kann nach skrotal hin massiert werden, und dies stellt einen Versuch dar, einen möglicherweise vorhandenen Hoden in das Skrotum zu bringen. Dieses Manöver erlaubt auch eine Differenzierung zwischen inguinal gelegenem Hoden und möglicherweise in der Leiste befindlichen vergrößerten Lymphknoten, die manchmal beim Tasten alleine einen Inguinalhoden vortäuschen können.
Generell kann ein retraktiler Hoden in das Skrotum durch diese Manipulation gebracht werden. Üblicherweise bleibt er dort, bis der Cremaster-Reflex ihn wieder in die Leiste zieht. Ein unilateraler nicht palpabler Hoden und ein vergrößerter kontralateraler Hoden können Indikatoren für einen Einzelhoden sein, aber dieser Befund ist nicht spezifisch und schließt damit eine weitere chirurgische Exploration nicht aus. Wichtig ist auch die Inspektion der femoralen, penilen und perinealen Regionen, um einen ektopen Hoden auszuschließen oder nachzuweisen.
In der Literatur gibt es keine verlässliche und vor allem keine hundertprozentige Untersuchungsmethode, einen nicht tastbaren Hoden zu bestätigen oder auszuschließen, außer der diagnostischen Laparoskopie. Bevor man allerdings mit der laparoskopischen Hodensuche beginnt, muss eine erneute physikalische Untersuchung des Kindes in Narkose erfolgen, da unter diesen Bedingungen oft ursprünglich nicht tastbare Hoden plötzlich tastbar sind und somit dem Kind eine unnötige Laparoskopie erspart werden kann.

Um den vollständigen Inhalt zu sehen, müssen Sie sich einloggen oder sich auf medONLINE.at registrieren.

Jetzt einloggen

Passwort vergessen

Jetzt kostenlos registrieren

Mit einer Anmeldung bei medONLINE.at haben Sie Zugriff auf: DFP-Kurse, Arzneimittelinfos, Produktfortbildungen und mehr.

Loggen Sie sich ein oder registrieren Sie Ihren kostenlosen medONLINE.at Account.