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HBV-Impfstoff für Neugeborene reduziert Leberkrebsrisiko

Eine Hepatitis B-Virus-Impfung, die Neugeborenen verabreicht wird, verringert einer in China durchgeführten Studie zufolge das Risiko von primären Leberzellkarzinomen und anderen Lebererkrankungen im jungen Erwachsenenalter. Die Erkrankungsrate bezüglich PLC ist in China fünf- bis zehnfach höher als in europäischen oder amerikanischen Ländern.

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Die HBV-Impfung bei Neugeborenen verringert laut den Studienautoren signifikant die HBsAg Seroprävalenz von der Kindheit bis in das junge Erwachsenenalter. Zudem reduziert die Vakzination in der Folge das Risiko von HBV-bezogenen primären Leberzellkarzinomen (PLC) und anderen Lebererkrankungen bei jungen Erwachsenen.

Im Fachmagazin PLoS Medicine wurde am 30. Dezember eine Studie von Forschern des chinesischen Liver Cancer Institute und der Yale School of Public Health and School of Medicine veröffentlicht, die auf Daten über neue Fälle von Lebererkrankungen aus einem bevölkerungsbasierten Tumorregister basiert, das über einen Zeitraum von 30 Jahren geführt wurde.

Der Untersuchung zufolge verringert eine HBV-Impfung bei Neugeborenen das Risiko für das Auftreten von Lebererkrankungen, unter anderem auch das von primären Leberzellkarzinomen (PLC) bei jungen Erwachsenen in China, wo die Erkrankungsrate bezüglich PLC fünf- bis zehnfach höher ist als in europäischen oder amerikanischen Ländern. Die Forscher schätzen, dass die Impfung die Inzidenz von primärem Leberkrebs um 84 % senkte. Die Effektivität der Vakzination hinsichtlich der Mortalität aufgrund von Lebererkrankungen betrug 70 %. Die Inzidenz von infantiler fulminanter Hepatitis belief sich auf 69 %.

Die Langzeitergebnisse beruhen auf der Qidong Hepatitis B intervention Study (QHBIS), einer randomisierten, kontrollierten Studie über die HBV-Impfung bei Neugeborenen, die zwischen 1983 und 1990 im chinesischen Qidong County, wo eine hohe Inzidenz von HBV-bezogenem primärem Leberkrebs (SPS) und anderen Lebererkrankungen vorherrscht, durchgeführt wurde. Im Rahmen der Untersuchung wurden Daten von 77.658 Neugeborenen erhoben, von denen eine Gruppe geimpft worden war, die Kontrollgruppe hingegen nicht. Zwei Drittel der Kinder aus der Kontrollgruppe erhielten im Alter von 10 bis 14 Jahren eine randomisierte catch-up-Vakzination.

Aus Umfragedaten aus den Jahren 1996 bis 2000 und 2008 bis 2012, welche die HBsAg-Seroprävalenz erhoben hatte, folgerten die Forscher, dass die Wirksamkeit der catch-up-Impfung auf HBsAg Seroprävalenz im frühen Erwachsenenalter im Vergleich zur Impfung bei Neugeborenen relativ schwach war (21 % gegenüber 72 %).

Während diese Ergebnisse die Bedeutung der Neugeborenen-HBV-Impfung untermauern, limitieren die geringe Zahl der Fälle von primärem Leberkrebs und andere während der 30 Jahre beobachtete Lebererkrankungen sowie unvollständige Daten zur Seroprävalenz die Genauigkeit dieser Erkenntnisse.

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Chunfeng Qu, Taoyang Chen, Chunsun Fan, Qimin Zhan, Yuting Wang, Jianhua Lu, Ling-ling Lu, Zhengping Ni, Fei Huang, Hongyu Yao, Jian Zhu, Jian Fan, Yuanrong Zhu, Zhiyuan Wu, Guoting Liu, Wenhong Gao, Mengya Zang, Dongmei Wang, Min Dai, Chu Chieh Hsia, Yawei Zhang, Zongtang Sun
Efficacy of Neonatal HBV Vaccination on Liver Cancer and Other Liver Diseases over 30-Year Follow-up of the Qidong Hepatitis B Intervention Study: A Cluster Randomized Controlled Trial
PLoS Medicine, 2014; 11 (12): e1001774 DOI: 10.1371/journal.pmed.1001774

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